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Amandine - Solace In Sore Hands

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von Lukas Meyer-Marsilius am Dienstag, 24. April 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Sensible Swedish Indie Pop
Label: Fat Cat
CH-Vertrieb: Namskeio
Unsere Wertung:Amandine - Solace In Sore Hands


Nordische Hymnen
Solace In Sore HandsWer hat’s erfunden? Die Schweden wohl nicht. Trotzdem sind die Meister im schwelgerischen Folk.

Wenn man etwas über die Band in Erfahrung bringen möchte und in Google „Amandine“ eingibt, sind die ersten paar Treffer die Websites einer österreichischen Nutte und einer fränzösischen Chanseuse – nix von einer schwedischen Indieband. Der geduldige Scroller wird aber schnell fündig und landet auf der jugendfreien Homepage der Band, die übrigens wirklich einen Besuch wert ist.

Mein Gelaber zum Einstieg verdeutlicht vor allem meine Schwierigkeit, „Solace In Sore Hands“ zu beschreiben, zu fassen; es ist ein Album aus einem Guss, wunderschön, wirkt irgendwie so unwirklich, abgehoben. Ein bisschen wie Sigur Ros, aber ohne die grossflächigen Wände aus Streichern und Synthesizern; oder wie Favez ohne Gitarrenwände. Akustische Gitarre und Gesang bilden das Grundgerüst, die Band spielt meist verhalten, rockt selten los. Der wunderschöne Einstieg „Faintest Of Sparks“ zum Beispiel kommt mit Mandoline und Gesang aus, im Hintergrund setzen Streicher ein, die Spannung wird langsam aufgebaut, Klavier setzt ein, ein bisschen Schlagzeug, und zum Schluss spielt die Mandoline wieder allein. Die folgenden Songs sind ein bisschen rockiger, die Gitarren sind leicht angezerrt, da ertönt eine Mundharmonika, dort ein Synthesizer, dann gibt’s wieder Ruhigeres zur Abwechslung. Die Stimmung ist immer leicht melancholisch, leicht traurig, hymnisch getragen; das passt wohl zu nordischen Landschaften, vor allem wenn die Mitternachtssonne scheint. Man verliert sich schnell in diesen 11 Songs, die wie eine lange Hymne erscheinen, und wenn man wieder auftaucht, scheinen sie weit weg zu sein, nur im Hinterkopf tönen einige Melodien nach und lassen die zurückgelehnt-friedliche Stimmung noch ein wenig bleiben. Bis man vor dem Laptop hockt und gar nicht so recht weiss, was man nun darüber schreiben kann. Wer folkigen, an alternativem Country angelehnten Indie-Pop oder schwedische Songs für schwedische Stimmung mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Ist vielleicht nicht der neueste heisse Scheiss und für den einen oder anderen langweilig, aber wenn man sich darauf einlässt, kommt’s gut.


Seit  24. April 2007 im Handel.

Anspieltipps:
Soldiers Hands; Shadows of Grief
Trackliste: 1) Faintest of Sparks; 2) Chores of the Heart; 3) Silver Bells; 4) Standing in Line; 5) Soldiers Hands; 6) Iron Wings; 7) Our Nameless Will; 8) Better Soil; 9) Secrets; 10) Shadows of Grief; 11) New Morning
similar artists: Minor Majority, Art Of Fighting, Iron & Wine, Savoy Grand, ruhige Favez

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Amandine wurde 2001 in der nordschwedischen Stadt Sandviken von John Andersson (piano) und Olof Gidlöf (vocals, guitar) gegründet. 2003 gingen sie an die Uni in Umea, und dort stiessen Andreas “Bosse” Hedström (bass) und Andreas Bergqvist (drums) zur Band und machten das Quartett voll. 2005 erschien das erste Album „This Is Where Our Hearts Collide”. Nach zwei EPs in 2006 erscheint nun im Frühling 2007 das neue Album “Solace In Sore Hands”.

Amandine
Diskographie:
> This Is Where Our Hearts Collide (2005)
> Waiting For The Light To Find Us EP (2006)
> Solace In Sore Hands (2007)


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