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Amparo Sanchez - Tucson-Habana

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von Tobias Imbach am Freitag, 23. April 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Latin-Folk, Americana  |  Label: Wrasse Rec (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Sandpapier
Die zornige Frontfrau von Amparanoia zeigt ein neues Gesicht: Bedächtig und sinnlich ist ihre Erscheinung auf Ihrem Solo-Debüt, die Leidenschaft von früher, die blieb trotzdem.  Zwischen Americana und Latin-Folk tingelt sie umher und singt Ballade um Ballade, die eine schöner als die andere.

Der Albumtitel verrät vieles: Die Ideen, die Amparo Sanchez nicht mit ihrer Band Amparanoia verwirklichen konnte, finden ihren Ursprung zwischen den staubigen Wüsten des Südwestens und dem karibischen Meer. Diese Klänge, in welchen die raue Stimme nun gebettet ist, stehen der Spanierin prächtig. Der wilde Mestizo von früher hallt nur noch entfernt nach, Amparo Sanchez spannte für Ihr neues Album mit den Besten zusammen, eine unüberhörbare Rolle spielten Joey Burns und John Convertino, die Köpfe hinter Calexico. Hinter einzelnen Stücke könnten dann auch Calexico mit einer Gastsängerin stecken (Sanchez sang übrigens auch auf “Carried to Dust“), im wunderbaren “Corazon De La Realidad“ wartet man nur so auf den Einsatz der hellen Stimme Joey Burns'. Nicht immer drücken die Amerikaner ihren Stempel so deutlich auf, Amparo Sanchez wagt sich weit in den Süden und geht ihren ganz eigenen Weg. Und natürlich ist da auch ihre Stimme, ganz im Mittelpunkt, schöner als je zuvor und in ihrer rauen Wärme doch wie lieben gelernt. Die Milde der Musik lässt Ihrer Stimme reichlich Raum zur Entfaltung, Worte wie Gedichte gibt sie sehnsüchtig wieder.
 
Später, immer weiter weg vom Country-Folk der ersten Stücke, stimmt die kubanische Son-Legende Omara Portuondo mit ein und Sanchez paralysiert mit Latin-Folk-Balladen, ähnlich jenen, mit welchen sich Lhasa auf Ihrem grossartigen Debüt unsterblich machte.  "Mon Ami, Mon Amour" schwelgt ganz in jazziger Melancholie, das Akkordeon beweist sich erneut als schönstes aller Instrumente.

Gegen Ende geht dem Album die Luft leider etwas aus, der Ausflug in den Reggae mit "Quisiera Pero" etwa ist zwar prächtig eingespielt,  lässt aber die Kraft der vorherigen Stücke vermissen. Was bleibt, das bleibt: gut zehn wunderschöne Songs.

Seit  20. März 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Amparo Sanchez
Anspieltipps:
> Mon Ami, Mon Amour
> La Gato Bajo La Lluvia
> Apagón En La Habana
 
Diskographie:
> Tucson-Habana (2010)
 
Ähnliche Künstler: 
> Calexico
> Lhasa
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