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An Horse - Walls

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von Michael Messerli am Mittwoch, 4. Mai 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie  |  Label: Grand Hotel van Cleef  |  Unsere Wertung: 5.0/10

WallsAuf halber Strecke
Böse Zeitgenossen könnten behaupten, dass mit den ersten beiden Songs von „Walls“ bereits alles gesagt ist, was An Horse sagen können. So böse sind wir nicht, auch weil es nicht ganz stimmt.

Nichts ist niedlich, nichts verbirgt sich hinter Klischees. An Horse sind ein Duo und kommen aus Brisbane in Australien. Wie bereits das Debüt „Rearrange Beds“ knackt auch „Walls“ gerade knapp die 30 Minuten. Warum also in so kurzer Zeit aufmerksam darauf werden? Nun, damals war es der Song „Camp Out“ und dieses Mal sind es möglicherweise „Dressed Sharply“ oder „Not Mine“. Die Songs auf „Walls“ sind so ehrlich, wie sie auf dem Debüt schon waren und schreiben sich die eigene Schwäche gleich selbst auf die Fahne: Man erkennt ein gewisses Muster im Songwriting, das sich wiederholt.

Ein Unterschied zu „Rearrange Beds“ ist folglich kaum auszumachen und man kommt nicht umhin festzustellen, dass ein einzelner Song von An Horse oft gut funktioniert, über ein ganzes Album hinweg fehlt aber eindeutig die Variation. So sehr es sich Kate Cooper und Damon Cox nicht in einem Indie-Klischee gemütlich machen, so sehr verpassen sie es leider manchmal auch, einem vermeintlichen Hit seine Freude zu lassen. „Brain on a Table“ verkompliziert sich nach dem ersten grossartigen Break und erinnert – das musste ja kommen – musikalisch stark an Tegan and Sara. Aber diese Referenz ist nicht das Problem von „Walls“.

Das Problem ist vielmehr, dass vieles gut angedacht, am Ende aber immer mit denselben Mitteln zu Ende gebracht wird. Kate Cooper liebt es zum Beispiel, auf die eine Art zu singen und Textzeilen zu wiederholen. Hier wird sympathische Eigenständigkeit bald einmal zu Monotonie. „Leave Me“ schliesslich ist ein weiterer Anti-Hit, der anfängt als gäbe es kein Morgen mehr – und dann leider im Refrain verhungert. Es fehlt an Konsequenz und Möglichkeiten, damit ein Song wie „Trains and Tracks“ am Ende nicht einer von vier oder fünf guten ist, sondern einer unter vielen sehr guten. Böse Zeitgenossen sollten also noch etwas vorsichtig sein, weil Kate Cooper und Damon Cox zumindest andeuten, dass viel in ihnen steckt, das gesagt werden kann. Es gilt daran zu schrauben, dass es auf dem dritten Album auch stärker zum Vorschein kommt. 

Seit  29. April 2011 im Handel.  

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label
An Horse
Anspieltipps:
> Dressed Sharply
> Not Mine
> Trains and Tracks
 
Diskographie:
> Rearrange Beds (2009)
> Walls (2011) 
 
Ähnliche Künstler:  
> Tegan and Sara
> Blood Red Shoes 
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