Es ist erst mal die Trackliste, die abschreckt: „Sunshine“, „America“ zweimal „Fool“ und „Life“, „World“ sowie „New York“... Grässlich viele Begriffe aus dem Tabu-Topf. Dann die Überraschung: „Fools Like Us“ ist ein einigermassen ansehnlicher Popsong, natürlich radiotauglich und harmonisch und ebenso selbstverständlich überproduziert, aber durchaus nicht übel. Das hingegen wäre dann schon eher die Single-Auskopplung „Show Me Love“, wo mit dem Zitat „Show me love, show me all your love tonight“ eigentlich schon alles gesagt wäre. Ist zwar auch ungerecht, denn „Mr. Johnson Your Room Is On Fire“ ist so ein Album, wo man sich nach Cover- und Bookletbetrachtung schon ein genaues Bild macht, ein nicht besonders gutes, um ehrlich zu sein, und leider wird dieses Bild von massentauglichem, plattem Platz 42- Pop in so manchen Songs auch bestätigt: „Sunshine Of Mine“ zum Beispiel ist ein Song, aus dem man zwanzig Lieder raushört und bald die Schnauze voll vom nervigen Refrain hat. Die ersten Sekunden von „Caravan“ zeigen dann aber so etwas wie Pepp auf und verraten auch, dass dieser Schwede eigentlich bessere Alben machen könnte. Das Malheur geht aber weiter, denn eine grässliche Vielfältigkeit macht sich breit; Ballade, Rocksong, Liebeslied, ein bisschen Gospelplayback, ein bisschen Lebensphilosophie, aber kein echtes Thema, kein persönliches Statement. Dabei scheint Andreas Johnson so was wie Konzept in „Liebling“ aus 1999 schon gemacht zu haben, wenn auch unter tragischen Umständen (siehe Bio). Bei allem Respekt muss trotzdem gesagt sein, dass es in ähnlichem Stile weitergeht: „How Big Is America...“ ist textlich oberschwach, in „Einmal hin, einmal her“ würden Schlagerstars aus dem Bauch heraus wohl „From the east to the west, from the north to the south“ umformen. Und bitte, aber „in a country of a thousand dreams“ haben wir jetzt dann gehört! Noch doofer ist nur noch das ABBAesk beginnende „Exit New York“. Für „Exit Stockholm“ oder „Exit Winterthur“ hätte ich einen Bonuspunkt verteilt, so bleibt Johnson aber selbst der einzige, der den Hut zückt.
Seit 27.Januar 2006 im Handel.
Anspieltipps: Fools Like Us; Caravan
Trackliste: 1) Fools Like Us; 2) Show Me XXXX; 3) Sunshine Of Mine; 4) Caravan; 5) Life Is; 6) How Big Is America; 7) Drop In The Ocean; 8) Not Afraid; 9) Exit New York; 10) What If; 11) Nobody Told Me (Such A Fool); 12) Still My World
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Bio:
Seine erste Single "Glorious" kam 1999 heraus und wurde trotz Mischung aus Pop, Kitsch und Kitschpop kein grosser Hit. Der 1970 in Schweden geborene Jon Erik Andreas Johnson ist auf der Bühne aufgewachsen, denn seine Eltern waren Jazzmusiker. Als Teenie lebte er dann in einem Stockholmer Vorort. Das Leben an einem festen Ort hat ihn ziemlich gelangweilt. Das war die Zeit, als er selber begann Musik zu machen. Mit der Band "The Planet Waves", bekam er einen Plattenvertrag bei der EMI Skandinavien, worauf 1995 das Album "Brutal Awakenings" erschien. Doch als die Band von New York zurück nach Stockholm kehrte, weiteten sich die Spannungen aus, bis es zu Handgreiflichkeiten kam. Man beschloss, sich aufzulösen. 1997 kam sein erstes Soloabum "Cottonfish Tales" raus. Schnell merkte er jedoch, dass die Plattenfirma nicht vor hat, ihm irgendwelche künstlerischen Freiheiten zu lassen und so fasst er den Entschluss, sich von der EMI zu trennen. Johnson ging nach Berlin und traf dort ein Mädchen, von dem er nur als "Debbie StarLight" sprach. Sie war seine Muse, inspirierte ihn zu den meisten Stücken auf "Liebling". Debbie stirbt, bevor Andreas aus Berlin wegzieht, er hat nie viel von ihr erzählt. Bis heute hat er zwei weitere Soloalben veröffentlicht.
Diskographie:
> Cottonfish Tales (1997)
> Liebling (1999)
> Deadly Happy (2002)
> Mr Johnson Your Room Is On Fire (2006)