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Andrew Bird - Armchair Apocrypha

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von Rafael Werner am Dienstag, 20. März 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Singer/ Songwriter
Label: Fargo Records
CH-Vertrieb: Irascible
Unsere Wertung:Andrew Bird - Armchair Apocrypha


Weinen müssen, weil
Armchair Apocrypha- „Armchair Apocrypha“, ohne besonders gut zu sein, den Nerv des Genervten, sowie des Gelösten trifft und in seiner Seele stochert, bis das Herz sich einmischt.

- Andrew Birds Stimme einem zu Tränen rührt und man das Gefühl bekommt, dass tonnenschwere Melancholie auf einen gefallen ist, und man nicht die geringste Chance hat, diese zu entbehren. Er besitzt dieses warme, gefühlvolle Etwas in seiner Stimme, das gewisse Töne in besonders energischen Momenten etwas höher versetzt und somit die Intensität dieser Wörter potenziell vervielfacht.
- „Armchairs“ in wundervoller, Damien Rice-ähnlicher Manier entfacht und gegen Ende hin grösser und opulenter wird, mitreissend und wuchtig wie ein reissender Fluss alles mitnimmt, was zu holen ist und weil man das Gefühl bekommt, dass Bird sein volles Potenzial in diesen Song gesteckt hat und wie oft kann man sowas schon von einem Künstler behaupten?
- auch dieses Bird-Album wieder von diesem giftgrünen, ganz leicht violett angehauchten Farbton übertupft ist, wie ein endlos tiefer Teich, in welchem Monster leben und die Stimmung sich so entwickelt, dass man um dieses stehende, brabbelnde Gewässer herumspaziert und nie hineinfällt. Jeder Song hat diese Stimmung; alleine deswegen ist er bereits ein passabler Song.
- man das Gefühl bekommt, hier schon einmal gewesen zu sein, die Umgebung zu kennen, einen Ort zu erreichen, der im Unterbewusstsein bereits bekannt ist. Sozusagen vorbewusst erlebt man diesen waldigen, quirligen und dynamischen Folk als unheimliches Déja-Vu.
- hier wieder gepfiffen und gelitten wird, man volles Herzblut spürt und doch weniger bereit für solche Musik zu sein scheint, als man das für steriles Electronica wäre. Der Wind bläst, die Wölfe heulen, das Ende von „Cataracts“ ist ein Vogelflug ohne Landeplan.
- die Songs von „The Mysterious Production Of Eggs“ (man denke nur an „Sovay“, „Opposite Day“ oder „Fake Palindromes“) vielleicht noch praller, origineller, einzigartiger, schöner, voller und herrlicher daherkamen und sich bei „Armchair Apocrypha“ zwar mehr Atmosphäre aufbaut, aber die Songs im Wesentlichen ein bisschen fader und zahmer herumschwirren; einige Melodien werden sich halt erst nach und nach entfalten. Dann wird auch diese Bird-Platte wieder hervorragend.


Seit  20. März 2007 im Handel.

Anspieltipps: Fiery Crash; Armchairs; Cataracts
Trackliste: 1) Fiery Crash; 2) Imitosis; 3) Plasticities; 4) Heretics; 5) Armchairs; 6) Darkmatter; 7) Simple X; 8) The Supine; 9) Cataracts; 10) Scythian Empires; 11) Spare-Ohs; 12) Yawny At The Apocalypse
similar artists: Nicolai Dunger, Sufjan Stevens, Smog, Kristofer Astrom, Damien Rice, American Music Club, Red House Painters

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Geboren in Chicago, befasste sich Andrew Bird bereits früh mit Musik und legte dabei seinen Fokus auf Instrumente neben der elektronischen Gitarre. Die erste Liebe war dann auch die Geige, welche auch auf seinen neueren Werken sehr präsent zu hören ist. Das Multitalent Bird veröffentlichte 1996 mit „Music Of Hair“ seine erste Soloplatte und hat seitdem sieben eigene Alben produziert sowie bei unzähligen Kollaborationen mitgewirkt, unter anderen sang er mit Emily Loizeau auf deren Debüt ein wunderschönes Duett über London. Bei seinem 2003er-Album 'Weather Systems' beschrieb ihn die englische Tageszeitung so: 'Radiohead meeting Lambchop'. Songwriter Bird hat seine Kunst über etliche Alben immer weiter verfeinert. Dem Multiinstrumentalisten gelang mit 'Weather Systems' ein intensives, intelligent verwobenes Songwriter Album. Mit 'The Mysterious Production Of Eggs' ging er dann einen Schritt weiter und schrieb seine bis dato besten Songs, welche sich zwischen verträumter Melancholie und mitreissender Dynamik bewegten. Dieses Jahr liegt nun seine siebte Scheibe mit dem Titel „Armchair Apocrypha“ vor.

Andrew Bird
Diskographie:
> Music Of Hair (1996)
> Thrills (1998)
> Oh The Grandeur (1999)
> The Swimming Hour (2001)
> Weather Systems (2003)
> The Mysterious Production Of Eggs (2005)
> Armchair Apocrypha (2007)


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