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Andrew Bird - The Mysterious Production Of Eggs (2005) (Fargo Records/Musikvertrieb)

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von Magdalena Oehen am Dienstag, 1. März 2005 in Neuerscheinungen   
Interessant und komplex

Andrew Bird - The Mysterious Production Of Eggs (2005) (Fargo Records/Musikvertrieb) Dieses Album muss man nur schon seines Namens wegen lieben. Doch auch sonst entführt uns die Musik des 25-jährigen Andrew Bird in mysteriöse musikalische Gefilde, die von Rock über Country bis hin zu klassischen Klängen reichen.

Seine Anfänge als Violinist hat der 25-jährige Andrew Bird aus Chicago schon seit einiger Zeit hinter sich gelassen. Auf seinem fünften Release erklärt er uns zwar nicht die grossen Mysterien der menschlichen Existenz, wie es der Titel seines Albums impliziert, sondern führt uns mit lyrischem und musikalischem Verve die heikleren Themen unserer Gesellschaft vor Augen. Er tut das mit einer gehörigen Portion Humor und grossem musikalischem Fingerspitzengefühl.
Der geschulte Violinenspieler dringt immer wieder an die Oberfläche, man merkt jedoch schnell, dass sich Andrew Bird mit Herz und Seele dem Singer/Songwritertum verschrieben hat. Seine Songs zeugen von tief verwurzelter Melancholie, er schafft es jedoch, seine Traurigkeit über die Missstände in unserer modernen Welt auf eine ironische Art und Weise aufzuarbeiten und beweist gleichzeitig sein Talent als feinfühliger Songwriter.
Die musikalische Umsetzung seiner Songs ist hervorragend komplex und interessant, ohne dabei jemals effekthaschend oder übertrieben avantgardistisch zu wirken. Er kombiniert Rock-Elemente mit klassischen Streicherarrangements und countryesken Melodien ("A Nervous Tic Motion Of The Head To The Left" - einer der interessantesten Songs dieses Albums), oder aber untermalt seinen Gesang, der zuweilen stark an Ron Sexsmith erinnert, mit sanften akustischen Gitarrenmelodien und begleitet das Ganze mit leisen Streichertönen wie beim wunderschönen "Masterfade" und beweist bei der Gelegenheit auch noch sein Talent also wunderbarer Whistler.
Das Album ist gespickt mit Songperlen und jenen Momenten, die jeder Musikliebhaber auf einem Album sucht: Man sitzt da, und glaubt voller Verzückung kaum, dass solche Schönheit möglich ist. Neben dieser bestechenden Qualität ist "The Mysterious Production Of Eggs" aber auch aus musiktechnischer Hinsicht äusserst interessant. Die ausgefallene Instrumentierung und die komplexen Songstrukturen lassen den Zuhörer bei jedem erneuten Hinhören neue Verwirrungen und Zusammenhänge entdecken. Genau das macht "Eggs" zu einem aussergewöhnlichen Meisterwerk.
Zum Schluss noch ein Hinweis auf das wunderschön gestaltete Booklet, das auf jeden Fall eines genaueren Studiums würdig ist. Artwork by Jay Ryan.


Seit 15. Februar 2005 im Handel.

Anspieltipps: A Nervous Tic Motion Of The Head To The Left, The Naming Of Things
similar artists: Ron Sexsmith

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Geboren in Chicago, genoss Andrew Bird eine Ausbildung als klassischer Violinist. Bald jedoch wandte er sich dem Singer/Songwritertum zu und benutzte die Violine nur noch, um, wie er sagt, die Sounds, die ihm im Kopf herumschwirren, zu materialisieren. Mit seiner ersten Band Bowl Of Fire brachte er von 1997 bis 2001 drei Alben auf den Markt. Gleichzeitig war er an weiteren Projekten beteiligt (Aufnahmen mit Pinetop Seven und Lil'Ed Williams, Soundtrack zu Tim Robbins-Film "The Cradle Will Rock") und lehrte an der Old Town School Of Folk Music. Es folgten die Releases der limitierten EP "Fingerlings", die Live-Aufnahmen von alten und neuen Songs mit seiner Band und Solo beinhaltet, und der EP "Weather Systems". 2005 bringt Andrew Bird nun sein Soloalbum "The Mysterious Production Of Eggs" auf den Markt.

Andrew Bird - The Mysterious Production Of Eggs (2005) (Fargo Records/Musikvertrieb)
Diskographie:
⇒ Thrills (1998)
⇒ Oh! The Grandeur (1999)
⇒ The Swimming Hour (2001)
⇒ The Fingerlings (2002)
⇒ Weather Systems (2003)
⇒ The Mysterious Production Of Eggs (2005)

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