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Anna Ternheim – Somebody Outside (2006)

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von Rafael Werner am Mittwoch, 22. Februar 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Folkpop
Label: Universal Music
CH-Vertrieb: Universal Switzerland
Unsere Wertung: Anna Ternheim – Somebody Outside (2006)

Jemandem im Dunkeln begegnen
Anna Ternheim – Somebody Outside (2006) Holzhütte in der Nacht: Krampfhafte Schüchternheit, harmlose Melancholie, gefärbte Blätter, geplatzte Träume.

Wo ist das Holz? Ist das „A Voice To Calm You Down“? Warum grasen die Kühe? Drei scheinbar lose Fragen, die aber aufzeigen, was „Somebody Outside“ von Newcomerin Anna Ternheim zu bieten hat: Der Boden, den die Torte braucht, muss aus gutem Songmaterial sowie guter Musik, schöner Stimme und ansehnlichen Texten bestehen; bei Ternheim alles ganz recht, aber nichts herausragend. Die zweite Frage bezieht sich dann darauf, ob nun dieser schwarz-weisse Folkpop beruhigen soll oder nicht, was deutlich verneint werden kann, jedoch keine Kritik sein soll. Und die letzte Frage soll der Ratlosigkeit des Hörers entgegenkommen, denn der wird auf diesem Stockholm-Produkt kaum etwas finden, womit er sich identifizieren könnte. Die Türen sind geschlossen, obwohl die Geschichten oberflächlich wirken. Die Songstrukturen sind entweder schon überhört oder schlecht – oder beides. In Verzweiflung betrachte man also das Booklet (wo die Songs übrigens nicht in richtiger Reihenfolge stehen) und sehe sich die eben nicht verklemmte Heiterkeit an und versuche nun die Landschaft und die Menschen in der Musik irgendwo wiederzufinden. Aber wo ist die Holzhütte? Warum brennt das Feuer nicht? Warum liegt kein Schnee, obwohl es Winter ist? Darüber hinaus, dass Willkür die Individualität verschlingt, sind weder formelle noch tiefere Reize auf „Somebody Outside“ vorhanden. Da ist kein einziger Song, der wirklich etwas unternehmen kann, lediglich „To Be Gone“ und „A French Love“ klingen nach besserem Songwriter-Pop, „Shoreline“ hat textliche Qualitäten und „Somebody Outside“ ist wenigstens so was wie eine Idee.
Ich mag wahrscheinlich Schweden, ich mag diese Art von Musik, ich mag Holzhütten, die von Schatten verschlungen werden und ich freute mich auf den Impuls am düsteren Winterhimmel, doch „Somebody Outside“ ist nur ein Ast, der zu Boden fällt.


Seit 6. Februar 2006 im Handel.

Anspieltipps: To Be Gone
Trackliste: 1) To Be Gone; 2) Better Be; 3) I’ll Follow You Tonight; 4) Bring Down Like I; 5) I Say No; 6) A French Love; 7) A Voice To Calm You Down; 8) Somebody’s Outside; 9) My Secret; 10) Shoreline
similar artists: Sophie Zelmani, Edith Frost, PJ Harvey, Isobel Campbell

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
1978 in Stockholm geboren beginnt Ternheim früh Gitarre zu spielen. Im Alter von 17 Jahren reist die Schwedin für ein Jahr als Austauschschülerin in die USA. In Atlanta gründet sie mit Freunden ihre erste Band. Zurück in Stockholm betreibt sie das Songwriting immer intensiver und arbeitet zurückgezogen an neuen Songs. Für ein Studium der französischen Sprache geht Ternheim in die Schweiz, studiert für zwei Jahre in Lausanne. Dort beginnt die Musikerin auch verstärkt, mit ihren Songs an die Öffentlichkeit zu treten. Als sie in der Stockholmer Musikszene Fuß fasst, bekommt Anna Ternheim einen Studienplatz für Architektur. Das Studium tritt jedoch bereits nach kurzer Zeit in den Hintergrund. Im Frühjahr 2003 veröffentlicht sie eine selbstbetitelte EP. Nicolai Dunger nimmt sie mit auf Tour und auch andere schwedische Musiker finden Gefallen an Ternheims Liedern und unterstützen sie. Wenig später beginnen die Aufnahmen für ihr Debüt "Somebody Outside".  Schwedische Kritiker und Fans sind sich einig und feiern den Erstling ausgiebig. Ausverkaufte Konzertsäle und Auszeichnungen folgen.

Anna Ternheim
Diskographie:
> Somebody Outside (2006)


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