Antony And The Johnsons – I Am A Bird Now (2005) (Rough Trade/Irascible) |
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| von Magdalena Oehen am Sonntag, 21. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Lieder für verlorene Seelen „I hope there’s someone who’ll take care of me when I die“, beginnen Antony und seine Johnsons ihr neues Album “I Am A Bird Now”. Untermalt von sanften Piano- und Streicherklängen lässt Antony sein intensives Vibrato wirken, umhüllt den Zuhörer und besänftigt dessen Ängste und Nöte. Diese erste Zeile steht bezeichnend für Antonys „Heart on his sleeve“-Lyrics. Er thematisiert universelle Ängste und Probleme wie Einsamkeit und Tod („Hope There’s Someone“), aber auch intime Nöte, die seinen androgynen Charakter tormentieren („For Today I Am A Boy“). Diese alles umfassende Ehrlichkeit macht einen Teil des Zaubers von „I Am A Bird Now“ aus. Jedermann und -frau wird sich und seine Ängste in diesem oder jenem Aspekt von Antonys Texten wieder finden und lauscht ansonsten nur betroffen und mitfühlend seinem emotionalen Gesang, während die Erkenntnis, dass man mit seiner Melancholie doch nicht ganz allein auf der Welt steht, langsam durchzusickern beginnt. (Wen das Album in keiner Hinsicht berühren sollte, der begebe sich zu einem Konzert von Antony And The Johnsons – es wird seine Wirkung zeigen). Dass Antonys Songs eher Kunstkonstrukten gleichen und nicht immer leichte Kost sind, soll nicht unerwähnt bleiben. Antonys kraftvolles Vibrato erreicht beizeiten die Grenze des Aushaltbaren und auch seine stets ähnliche Phrasierung kann ermüdend wirken. Dafür begeistern The Johnsons mit der musikalischen Umsetzung von Antonys Lyrics: Mal folkig, mal jazzig-bluesig untermalen Piano, Streicher und sanfte Perkussion den Gesang des mal als Mann, mal als Frau auftretenden Bandleaders. Schlussendlich liegt dem Publikum mit „I Am A Bird Now“ ein lyrisch und musikalisch hochstehendes Werk vor, was nicht zuletzt das Mitwirken von äusserst illusteren Gast-Vokalisten und –Musikern bestätigt. So leiht Boy George für das Duett „You Are My Sister“ – einem der zugänglichsten Songs des Albums - seine Stimme, Rufus Wainwright singt herzerwärmend in „What Can I Do?“ und Lou Reed, zu guter letzt, spricht und spielt E-Gitarre für das poppige „Fistfull Of Love“. Seit 1. August 2005 im Handel. Anspieltipps: Hope There’s Someone, You Are My Sister, Fistfull Of Love similar artists: Boy George, Devendra Banhart > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Geboren in England, verbrachte Antony, Bandleader des Kammer-Pop-Ensembles Antony And The Johnsons, den grössten Teil seiner Kindheit in Kalifornien. 1990 zog er nach New York und es dauerte nicht lange, bis er stark involviert war in der dortigen Drag Punk Szene. 1995 suchte er sich eine BackUp-Band für seine Performances, die unter anderem die transsexuelle Künstlerin Baby Dee (Harfe), Francois Gehin (Bass), Todd Cohen (Drums) und Charles Neilson (Gitarre) umfasste. Das Ensemble benannte sich nach ihrem Bandleader „Antony And The Johnsons“. Die Band erreichte mit ihren extravaganten Auftritten und der charismatischen, androgynen Figur des Sängers und Pianisten Antony bald Kultstatus in New York. Ihr erstes Album veröffentlichten Antony And The Johnsons 1998, nachdem David Tibet (Current 93) sie zu seinem Label DutroRecords holte. In den folgenden Jahren veränderte sich das LineUp der Band mehrmals; neu hinzu kamen Julia Kent (Strings) und Jeff Langston (Bass). 2003 fungierte Antony als Gast-Vocalist auf Lou Reeds „The Raven“. Im folgenden Jahr wechselte die Band zu Secretly Canadian Records, die auch das neue Album „I Am A Bird Now“ veröffentlichten. Diskographie: > Antony And The Johnsons (1998) > I Am A Bird Now (2005)
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