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[Playlist Archiv]
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12.5.
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19.5.
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Archive – Lights (2006)

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von Severin Buckingham am Montag, 10. Juli 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Trip-Hop, Pop
Label:
Warner Music
CH-Vertrieb: Warner Music
Unsere Wertung:Archive – Lights (2006)

Close your eyes you sleepers on the street
Archive – Lights (2006)Die ersten zwei Alben im typischen Trip-Hop Gewand mit Rapper und schöner Frauenstimme, die nachfolgenden zwei im düsteren, psychedelisch-progressiven Gewand mit Craig Walkers Organ. Nach dem eher unnötigen Ausrutscher „Unplugged“ wurde für ihr offiziell fünftes Album nun erneut ein neuer Sänger an Bord geholt. Und auch Archive’s Musik verändert sich. Offener, vielseitiger und poppiger denn je geht’s nun zu und her. 

Archive sind nun wirklich alles Andere als eine typische Band, ändern sie doch ihr musikalisches Gewand alle paar Jahre und ihre Sänger gleich dazu. Nun also neu dabei: Pollard Berrier, bekannter als Mitglied der österreichischen Bauchklang. Und die Chemie stimmte sofort, wie man auf dem Album hört. Hier könnte ebenso eine über Jahre eingespielte Band am Werke sein. Herr Berrier macht seinen Job gut, setzt seine Stimme gezielt ein und begeistert auch live, wie ich mich schon zweimal überzeugen lassen durfte.

Auch das veränderte Musikalische steht Archive gut. Weg ist man von ellenlangen, monotonen Beats zu tendenziell eher kürzeren, eingängigen Songs. Die Ausnahme bildet der Song „Lights“, der in der Tradition ihres Klassikers „Again“ volle 18 Minuten dauert. In seiner Genialität kann es jedoch „Again“ nicht ganz das Wasser reichen, ist jedoch auf seine Art und Weise brillant. Durch eine lockere Pianomelodie getragen, wird der Song aufgebaut, nach erst 8:36 Minuten setzt Berriers Stimme zur wunderschönen Melodie ein, steigert sich und wird emotional fast unerreichbar. Man könnte meinen, nach dem Spielen dieses Songs müssten sich die Herren erst mal eine Woche ausruhen. „Lights“, der Titeltrack, ist wie Archive Live, ein absolutes Erlebnis.

Weg ist man von den depressiven, düsteren Texten hin zu hoffnungsvolleren. Mit „System“ schreiben sie gar ihren ersten richtigen Hit. Leider hat „Lights“ aber auch ein paar wenige Schwachstellen, die ein bisschen dahintröpfeln, „Sane“ etwa. Waren die beiden Vorgänger zwei wunderbare Scheiben, gänzlich ohne Aussetzer, beweisen Archive hier, dass sie auch weniger gute Songs schreiben können.  Trotzdem ein sehr gutes Album, das Mut zur Veränderung zeigt und deshalb fast nur gewinnen kann.


Seit 19. Mai 2006 im Handel.

Anspieltipps: System; Lights; Headlights
Trackliste: 1) Sane; 2) Sit Back Down; 3) Veins; 4) System; 5) Fold; 6) Lights; 7) I Will Fade 8) Headlights; 9) Programmed; 10) Black; 11) Taste Of Blood
similar artists: Radiohead, Pink Floyd, Massive Attack, Lamb, Thievery Corporation, Portishead

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Das Trip-Hop Projekt Archive wurde schon 1990 von Darius Keeler und Danny Griffiths gegründet. Hatten sie anfangs nur ein paar (nicht mehr erhältliche) Singles veröffentlicht, wurde mit dem Debüt „Londinium“ bis 1997 gewartet. Hatten sie auf den ersten beiden Alben noch eine weibliche Stimme, wurde für „You All Look The Same To Me“ sowie „Noise“ die prägnante Stimme Craig Walkers durch ein Inserat („Pink Floyd und The Doors“) ersucht. Beide Alben machten Archive zumindest in kleineren Kreisen bekannt. Mit neuem Sänger nun veröffentlichen Archive dieses Jahr „Lights“ und touren ausgiebig durch Europa.

archive2
Diskographie:
> Londinium (1997)
> Take My Head (1999)
> You All Look The Same To Me (2002)
> Noise (2004)
> Unplugged (2004)
> Lights (2006)


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