Art Of Fighting - Runaways |
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| von Philippe Feer am Mittwoch, 16. Mai 2007 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Sadcore/Slowcore Label: Remote Control CH-Vertrieb: n/a Unsere Wertung: ![]() MitgehenBei „Wires“ hat man sofort den Draht gefunden, sich angeschlossen, eine Liebe und direkte Leitung zur Stimme von Ollie Browne aufgebaut, „Akula“ und „Give Me Tonight“ folgten ins leere Schlafzimmer, in wortlose Diskussionen, gaben Halt und Verständnis - ein grosses Werk. „Second Storey“ war dann auf Pfählen gebaut, unzugänglich, detailverliebt und rockiger ging es zu und her. Tief im Haus drin, auf dem Sofa, fand man dann aber ein grosses Herz und mit „Along The Run“ einen der besten und mitreissendsten Opener auf einer Indierockplatte. Und jetzt wird es plötzlich ganz konkret; ein grünes Auto auf dem Cover, alles wirkt bunt und verständlich. Auch wenn es im zweiten Song nach einem kurzen, aber heftigen Gitarrenintro zum Schluss heisst: „Don't leave me hanging on empty wires“. Weil alles so schön ist und die Sehnsucht die Augen öffnet, verliert man sich gerne in der grossen Welt. Auf dem wundervoll zuversichtlichen Titeltrack werden die Stationen der letzten Tour aufgezählt, eine Reise um verloren zu gehen „Eastbound and westbound across / This world you go / To be lost“ Man hört dazu das Echo von Browne, spürt die Weite und Freiheit regelrecht. Darauf folgt der wohl beste Song auf Runaways, „Misty As The Morning“ ist einfach gestrickt: Gitarre und Schlagzeug eröffnen den melancholischen Reigen, Brown singt mit heller und klarer Stimme „Hey, any single moment of the day / Doesn't take no poetry to say / Ok, I need you“. Danach wird der Song zur Hymne, was grundsätzlich sehr fragwürdig, bei Art of Fighting aber geradezu das Fesselnde ist: Man schunkelt innerlich, verliert und wippt mit dem Kopf zum letzten, zusätzlich auf den Zeilen betonten, Refrain. Der Song ist beendet und wird von einer Trompete in „Territories“ aufgefangen, die sich im Hintergrund, aber als grosse Erzählerin durch den Song zieht. Das grüne Auto fährt an kühlen Trauerweiden und heissen Sanddünen vorbei, in beidem wirbelt der sanfte Wind und irgendjemand säuselt: „Whatever people call you / That's your name“. Und dann kommt wie auf jeder Platte einmal Peggy Frew, eine Stimme, die kein Album füllen könnte, aber in diesen lupfigen Song wundervoll passt. Der grüne Wagen hat eine Pause gemacht, man sinniert kurz über das Vergangene: „Past missing past hoping /Past drinking past smoking / Past old books past new clothes…“ und tanzt mit den vertretenen Schuhen zum Rhythmus und dazu, dass es sowieso kein Zurück mehr gäbe. Zum Schluss wird dann noch ein Rocksong serviert: „Mysteries“ ist ehrlich, solide, und beweist Abwechslung mit einem pulsierenden Schlagzeug, Groove und Zug. Mit „Night on Night“ geht’s wird dann endlich Nacht; die Ruhe vor dem nächsten Sturm oder die längstverdiente Nachtruhe. Aber in den Träumen kriegt das grüne Auto Flügel und dreht dreimal um die Erde… to places lost to any map that you can find. Ab 16. April 2007 im Handel. Anspieltipps: Distance As Virtue, Misty As The Morning, Territories, Less Than An Instant, Mysteries Trackliste: 1) Sycamore & Sand; 2) Distance As Virtue; 3) Free You; 4) Eastbound; 5) Misty As The Morning; 6) Territories; 7) Ride After Ride; 8) Less Than An Instant; 9) In The Free Blue; 10) Mysteries; 11) Night On Night similar artists: Low, Red House Painters, Snow Patrol, Washington > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label Bio: Sänger Ollie Browne und Bassistin Peggy Frew gründeten mit einem dritten Freund aus der Highschool 1997 die Band Art Of Fighting nach dem gleichnamigen Videospiel. Sie veröffentlichten zwei Eps, bevor dann mit Bruder Miles Browne an Gitarre und Keyboards und Schlagzeuger Marty Brown (er ist übrigens nicht verwandt) die Band komplettierten. Wires erschien 2001 und wurde ein riesiger Erfolg in Australien und auch Taiwan und Japan. Ollie Browne und Peggy Frew beendeten ihre Beziehung, blieben aber als Musiker eine starke Verbindung und veröffentlichten 2004 mit Second Storey ein verschachteltes, experimentelles Album. Das Interesse von aussen und ihr Interesse die Welt zu erkunden bewegte sie zu den Texten zu Runaways, das im Vergleich zu Second Storey zwischen Tür und Angel eingespielt wurde. Die unnachahmlichen Covers werden übrigens von Ollie Browne selbst gestaltet und zeugen von grosser Ausdruckskraft und Stiltreue, erneut gelungen. Diskographie: > The Very Strange Year EP (1998) > Empty Nights EP (1999) > Wires (2001) > Second Storey (2004) > Runaways (2007)
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