Roger Quigley interpretiert seine spartanischen und
persönlichen Songs aus den 90ern neu und fügt sie zu einem düsteren
Konzeptalbum über eine gescheiterte Liebesbeziehung zusammen.
Bevor man sich dieses Werk anhört oder allenfalls kauft, sollte man wach, geduldig und in jedem Fall hartnäckig und neugierig sein. Man wird nämlich auf diesem wahrscheinlich einmaligen Soloprojekt von Roger Quigley, dessen Name oder Stimme man eventuell als Mitglied von „The Montgolfier Brothers“ gehört hat, ziemlich an der Nase herumgeführt. Mit detailreichen und komplizierten Texten, einer Gitarre, deren Rhythmen sich meistens durch den ganzen Song ziehen (auf das Ende der Songs hin oft mehrspurig) und einer Stimme, die relativ nüchtern erzählt, aber später verrät, dass hinter ihr ein guter Sänger mit einem leichten Hang zum Dramatischen steckt und der von Neil Hannon (Divine Comedy) nicht unähnlich ist, verspricht das Album schwere Kost. Das Nuscheln und Erzählen passt dabei zu den jeweiligen Songs und einer allgemein düsteren Grundstimmung.
Der Künstlername At Swim Two Birds bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Flann O'Brien, welcher die Geschichte über einen Studenten erzählt, der im Bett rauchend, trinkend und vegetierend einen Western schreibt. Dieser Roman dient selbstverständlich als Referenz, obwohl man doch annimmt, dass das so präzise ausgedrückte Leiden doch sehr autobiographisch sein muss.
Der Abschluss des Albums mag versöhnlich klingen, man hört sich selbst beinahe aufatmen, glaubt, dass Roger Quigley die Kurve doch noch gekriegt hat, obwohl das Happy End mit „A Kind Of Loving“ dann doch ein bisschen aufgesetzt scheint. Doch spielt man die CD nach einer kurzen Denkpause nochmals ab, merkt man nach gründlicher Recherche, dass es sich beim Ende um den Anfang handelt.
Ein bisschen erinnert mich die Geschichte an den Film „Memento“, in welchem die Story von hinten aufgerollt wird, man den Anfang nur dank dem Ende begreift und die Protagonisten an einem grossen persönlichen Verlust, aber auch an einer schlechten Erinnerung leiden, die sich nur durch peinlich genaues Notieren zu lösen scheint.
Diese beiden Referenzen kommen in Zeilen wie „Wine destroys the memory, cigarettes destroy the heart“ schön zusammen und helfen, die verschachtelte und höchstspannende Geschichte anzugehen.
Roger Quigley hat bewusst nochmals nachgefeuert und hat dieses Werk wohl in erster Linie für sich selbst geschrieben.
Auf dem Titelbild ist ein gekritzelter huttragender Mann vor einer deutlich erkennbaren Baustelle sichtbar, auf der „Keep out“ steht. Ob man nochmals an den Tatort zurückkehren will, muss man wohl für sich selbst beantworten. Spannend ist es allemal!
Seit 30. März 2007 im Handel.
Anspieltipps: In Bed With Your Best Friend, Falling From Trees, Laziness And The Lack Of The Right Medication
Trackliste: 1) In Bed With Your Best Friend; 2) Giggling Fits; 3) The Smell Of Suntan Oil On Your Skin; 4) Falling From Trees; 5) Returning To The Scene Of The Crime; 6) Down By The Stream; 7) Laziness And The Lack Of The Right Medication; 8) My Luck Is Turning; 9) Wine Destroys The Memory; 10) A Kind Of Loving
similar artists: The Divine Comedy, Morrissey,
Arab Strap (vor allem Aidan Moffat)
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Bio:
Roger Patrick Martin Quigley, Mitbegründer und Mitglied von „The Montgolfier Brother, hat mit „Returning To The Scene Of the Crime“ nach zahlreichen Singles sein erstes Soloalbum veröffentlicht.