Zwischen Drogen und Kate Moss geht Pete Dohertys
Hauptbeschäftigung fast unter: Wunderbare Musik machen mit seiner Band
Babyshambles.
Man bedauert, dass der gute Mann nicht mehr Energie für die Musik aufwendet. Diese 5 Song-EP macht jedenfalls Lust auf mehr. Die Babyshambles bieten fünf lockere Lieder zwischen Grossbritannien, Detroit und Jamaica; zwischen Indie, Garage, Reggae und Ska.
Ein Durchlauf: „Blinding“ ist rumpelnder Garage-Rock, ein tanzbarer Bastard aus Punk und Britrock; „Love You But You’re Green“ ist reggae-inspirierter leichtfüssiger Pop, erinnert an “Brown Eyed Girl” und langhaarige Pazifisten, ideal um den Sonnenuntergang in einem Ferienparadies zu geniessen.
„I Wish“ ist fast lupenreiner Ska, ruft die Romantiker vom Sonnenuntergang auf die Tanzfläche und zelebriert Lebensfreude pur; „Beg, Steal or Borrow“ ist wieder typischer Britrock, wie Doherty es schon bei den Libertines gepflegt hat, treibend, trotzdem leichtfüssig. „Sedative“ könnte man die Abschlussballade nennen, irgendwie episch, aber trotzdem locker.
Alles in allem ein grosses Hörvergnügen, aber: Irgendwie bleibt zu wenig hängen. Die gute Viertelstunde ist schnell vorbei, und die Songs gehen zwar sofort in Ohr und Bein, aber auch ziemlich schnell wieder raus. Es bleibt zu hoffen, dass die Babyshambles bald ein Album nachlegen und eine Tour ohne Absagen spielen.
Seit 8. Dezember 2006 im Handel.
Anspieltipps: alle
Trackliste: 1) Blinding; 2) Love You But You’re Green; 3) I Wish; 4) Beg, Steal or Borrow; 5) Sedative
similar artists: Libertines, White Stripes
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Bio:
Pete Doherty (geb. 1979) gründete Ende der 1990er mit seinem Wohnpartner Carl Barat die Band The Libertines, die ab 2002 grosse Erfolge feiern konnten und sich nach zwei Alben 2004 wieder auflösten. Doherty gründete daraufhin die Babyshambles, deren erstes Album Ende 2005 unter dem Titel „Down In Albion“ erschien. Im Jahr 2006 war er mit seinen Drogeneskapaden und seiner Liaison mit Supermodel Kate Moss eher in der Boulevard- als in der Musikpresse zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass „The Blinding EP“ in dieser Hinsicht einen Wendepunkt markiert.