"Life Is A Beach" strahlte unerreicht dämlich und
komplettest sinnentleert auf der geschundenen und zudem pinkfarbigen
Gitarre des Übermachos und Chauvinisten in Person – obwohl
Italo-Amerikaner – Jon Bongiovi. Wohl aber kaum eine Quelle der
Inspiration für die Berliner, welche als Beach dem Lebensgetriebe eine
fiese Schwarte Sand beisteuern!
Kurz: Tolle Harmonien, kaum normale Arrangements/Abläufe und rohe Produktion. Ein Trio das spielt, was sich als Trio eben spielen lässt (ausser natürlich zwei, drei Doppelgitarren hie und da). Gesang, der kaum wirklich so weit vorne stehen müsste, sich besser gelegentlich, hinter den Harmonien kniend, Verschnaufpausen gönnen sollte.
Insgesamt noch etwas zu gesucht, durchwegs zu wenig zwingend – streckenweise lahm, langatmig und zu repetitiv. Die erzeugte Spannung ist noch zu schlaff, irgendwie "light". Dringlichkeit wird vermisst. Ob das live berührt?
Ein schwieriges Genre. Hier muss man in der Tat besser sein, um gemeinhin als gut zu gelten. Es braucht weitere Längen, um gross zu wirken; erst noch die Musik als intelligent bezeichnen zu dürfen. Viele versuchen es, wenige schaffen es; viele gar nicht. Beach teilweise; meistens jedoch noch nicht ganz. Macht aber wenig. Die Platte lässt einen trotzdem hinhören; sie erzwingt's beinahe fast schon. Im Lande der "No-Overdubs" herrscht ein gewisser Zwang also. Eine Art selbstauferlegte Dogma-Musik. Man ist versucht, zu sagen: "Selber Schuld, aber auch herzliche Gratulation zum Dargebotenen und dazu gleich besseres Gelingen fürs nächste Mal – dann wird's wohl gross.".
Mir gefällt's im Prinzip schon recht gut. Es ist aber irgendwie so ein Zwitter aus sehr guten Elementen und verdammt was abfallenden. Komisch, allenfalls hätte da ein "QS" Abhilfe schaffen können? QS in dem Sinne, dass wenn die Gitarren gut sind, dann auch der Gesang so sein sollte oder wenn die Struktur des Tracks an und für sich gelungen daher kommt, dann auch die Harmonien nachziehen müssten und so weiter und so fort. Es braucht eben immer etwas von allem, was gut ist; einer gegen alle hat's gemeinhin schwer. Kann man das verstehen? Wenn nicht, dann hören, vielleicht versteht man es dann...
Simpel: Diese Platte schafft es irgendwie immer mindestens knapp nicht.
Es klingt beinahe gemein, wenn ich resümierend konstatieren muss, dass die schönsten Momente dann stattfinden, wenn es der Gesang eben gerade nicht tut und allgemein nicht zu viel versucht wird! – Lediglich eine weitere subjektive Feststellung unter deren vielen hier.
Zu guter Letzt: Und wenn die Jungs einen ihrer Songs "Linear" nennen, möchte man schreien dies sei wohl gar nicht passend, doch wie's scheint, so falsch ist's leider nicht...
Seit 13. Juli 2007 im Handel.
Anspieltipps: Pray Or Pay, Decode
Trackliste: 1) Timer; 2) Pray Or Pay; 3) Glass Container; 4) A Shape On Tape; 5) Decode; 6) Subtalk; 7) Mimi Cries; 8) Linear; 9) Capture The Flag; 10) Space Parts
similar artists: Girls vs. Boys,
Tool, Shellac
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label
Bio:
Beach stehen – so ihre eigenen Worte – für intelligenten Indie-Noise-Rock, klein wenig verschnitten mit Post-Hardcore, Metal und Post-Rock. Oh ja! Eine eierlegende Wollmilchsau, bescheiden ausgedrückt. Selbstsicher, explosiv und still in sich!!! Beach stammen ergo aus der kreativen Szene um das Label Sinnbusrecords und vereinen – wie eingangs angetönt – eine Unmenge an Einflüssen und eigenen Ideen.
Die Band ist seit jeher auf Tour und präsentiert der geneigten Konzertgängerschaft eine höchst energetische Liveshow, die zu missen ein wahrer Fehler wäre.
Ihr erstes Album "2nd Hand Cannibals" veröffentlichten Beach im Juni 2004 auf dem Label On Mad Cell Records. Der neue Wurf – produziert von Thom Kastning in den Studio Bellevue – "Play It To Death" erscheint heuer auf Sinnbusrecords.