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Belle & Sebastian - Write About Love

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von Sophie Müller am Donnerstag, 2. Dezember 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie Folk Pop  |  Label: Beggars Roughtrade (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

Write About LoveFreundlich
Belle and Sebastian ist naive Gute Laune, verpackt in luftigen Melodien. Man weiss was man zu erwarten hat, aber gerade deswegen ist ihre Musik so wertvoll.

In meinem Kopf waren Belle & Sebastian nur zu zweit, eine Frau und einen Mann, weil man auch eine weibliche und eine männliche Stimme raushören kann. In Wirklichkeit ist Belle & Sebastian eine siebenköpfige Band aus Glasgow. Ausserdem holten sie für ihr neuntes Album Norah Jones (die Sängerin) und Carey Mulligan (die Schauspielerin) mit aufs Boot. Und einen unglaublichen Haufen an weiteren Musikern, die ich hier nicht namentlich nennen werde, die aber alle im Booklet stehen.

Belle & Sebastian haben nicht nur ihren Bandnamen den 60ern entliehen ("Belle et Sebastien" war damals eine populäre Fernsehserie mit einem kleinen Jungen und einem grossen Hund) sondern auch ihr Albumdesign (verblichene oder verfärbte Fotografien von Menschen) und... wenn man es auf die Spitze treiben möchte, auch ihre Musik. Belle and Sebastian's Lieder erinnern an die sanften Folkkklänge von Bands wie Simon and Garfunkel, den Mamas & Papas oder gar Cat Stevens. Und das ist auch auf "Write About Love" nicht viel anders. Ihre Lieder sind freundlich. Vielleicht melancholisch, aber niemals traurig. "I Didn't See It Coming" eröffnet das Album. Es ist ein fünfminütiger Ohrwurm mit einem Twist in der Mitte, den man nicht kommen sieht. Ein Keyboard-Solo, und Sarah Martin übergibt den Gesang an Stuart Murdoch, der gleich ein paar Lieder weitermacht, oft auch mehrstimmig, immer von diesen luftigen, typischen Belle and Sebastian Melodien untermalt. "I'm Not Living in the Real World" beginnt mit sanften Uuuh-uuh-Stimmen, die relativ schnell von durchdrehenden Orgelmelodie begleitet werden. Ein Junge, der schon in der Schule merkt, dass er nicht in der echten Welt lebt, und es auch am Ende des Songs nicht  möchte. Auf "Sunday's Pretty Icons" wird allen vergeben, auf "The Ghost of Rockschool" wird überall Gott erblickt, bevor der Erzähler Gott auch in der Liebe sieht. "Write About Love" ist überkitschig, aber mit einem solchen Titel kann man ja auch nicht viel anderes erwarten. 

Aber "Write About Love" ist gerade deswegen auch sehr poetisch. Ein Bild in der Mitte des Booklets zeigt zwei Personen die je ein Buch von John Keats und von W. B. Yeats in den Händen halten, zwei britische Dichter. Ob sich Belle and Sebastian an diesen Autoren messen möchte, sei dahin gestellt. Sicher ist jedoch, dass es im Songtext einige Perlen zu entdecken gibt, aber nichts zu schweres, nichts abgrundtief Kritisches. Belle and Sebastian bleiben schliesslich immer freundlich und plaudern lieber über Gott und die Welt. Und über die Liebe.

Seit  8. Oktober 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Didn't See It Coming
> Write About Love

Diskographie:
> Tigermilk (1996)
> If You’re Feeling Sinister (1996)
> The Boy With the Arab Strap (1998)
> Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant (2000)
> Storytelling (2002)
> Dear Catastrophe Waitress (2003)
> Push Barman to Open Old Wounds (2005)
> The Life Pursuit (2006)
> The BBC Sessions (2008)
> Write About Love (2010)

Ähnliche Künstler:
> Magnetic Fields
> Simon and Garfunkel
> Cat Stevens
> Camera Obscura
> Lawrence Arabia
> God Help The Girl
> Laura Veirs
> Jens Lekman
» 1 Kommentar
1Kommentar
am Samstag, 4. Dezember 2010 20:59von nudel
"Write about love", der Titeltrack, ist super. Sonst verliert das Album leicht an Schwung. Ich war erstaunt, wie gut Norah Jones auf die Platte passt. Der Track ist ein weiteres Highlight...
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