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Ben Harper - Live At The Apollo (2005) (Virgin Music/EMI Music)

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von Magdalena Oehen am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen   

The Ben Harper Experience

Ben Harper - Live At The Apollo (2005) (Virgin Music/EMI Music) Zu meinem ungeheuren Bedauern hatte ich bisher noch nie die Gelegenheit, Ben Harper live on stage zu erleben. Zum Glück existieren Aufnahmen, die die Begeisterung und Energie dieses aussergewöhnlichen Musikers in die heimische Stube zu bringen vermögen.

Nach "Live From Mars" (2001), das hier zu Lande unverständlicherweise immer noch als Geheimtipp gehandelt wird, ist "Live At The Apollo" das zweite Livealbum von Ben Harper. Das Apollo Theatre in New York ist eine jener legendenumwobenen Konzerthallen, in der ihrerzeit Grössen wie Billie Holliday oder James Brown unvergessliche Konzerte spielten. Für Ben Harper erfüllte sich mit dem dortigen Auftritt ein langgehegter Jungentraum. Seine Begeisterung und sein Enthusiasmus sind ihm deutlich anzumerken.
Die meisten Songs auf "Live At The Apollo" stammen von Ben Harpers letztjähriger, mit zwei Grammys ausgezeichneter Kollaboration mit dem Gospelquartett (neuerdings leider nur noch Trio) The Blind Boys Of Alabama. Die vier älteren Herren waren dann auch gleich mit von der Partie im Apollo Theatre, und sehen sie auf den Fotos im schön gestalteten Booklet doch eher gebrechlich aus, so straft ihre energiegeladene Performance diese Annahme Lügen. Der gegenseitige Respekt, den sich Ben Harper und die Blind Boys entgegenbringen, ist deutlich zu spüren. Begleitet von einer hervorragenden Liveband, sprüht ihr Auftritt vor Freude am gemeinsamen Musizieren.
Ausgerüstet mit der obligaten Bottleneck Slide-Gitarre, stellt Ben Harper wiederum sein Können als herausragender Musiker und Sänger unter Beweis. Die Songs sind geprägt von Blues und Folk und einer gehörigen Prise Gospel seitens der Blind Boys. Die Senioren singen sich mit voller Begeisterung die Seele aus dem Leib und verstehen sich nicht nur auf Gospel, sondern glänzen auch bei funkigen Nummern wie "I Want To Be Ready" oder "Wicked Man". Das gegenseitige Einverständnis, das zwischen Ben Harper und den Blind Boys herrscht, wird durch den adaptierten Traditional "Mother Pray" illustriert, den die Sänger fast völlig a cappella und mit wundervollen Harmonien zum Leben erwecken. Da kommt man nicht um eine Gänsehaut herum. Einziger Makel des sonst rundherum gelungenen Livealbums: Die über fünfminütige Vorstellung der Musiker und Sänger in der Mitte des Albums. Was beim Konzert sicherlich seine Berechtigung hatte, wirkt auf der CD eher störend.
Mit "Live At The Apollo" ist es gelungen, die Energie und Bühnenpräsenz einer der hervorragendsten Livemusiker der letzten Jahre auf ein Album zu bannen. Es mag als würdiger Ersatz dienen für all die verpassten Gelegenheiten, Ben Harper live zu erleben. Das nächste Mal dann aber bestimmt!


Ab 21. März 2005 im Handel.

Anspieltipps: I Want To Be Ready, Picture Of Jesus, Mother Pray
similar artists: Salomon Burke, Al Green

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Ben Harper wuchs in den Vororten von Los Angeles auf und ist seit seiner Kindheit ein Fan von Jimi Hendrix und Bob Marley. Zwei Jahre nachdem er von Taj Mahal entdeckt wurde, veröffentlichte er 1994 sein Debütalbum "Welcome To The Cruel World". Obwohl kein Album des Singer/Songwriters je wirklich hohe Chartsplatzierung erreichte, verschafften ihm sein eindrücklicher Umgang mit der Steel-Gitarre, sein Engagement für Minderheiten (Auftritte an Benefizkonzerten, u.a. für die Befreiung Tibets) und seine ausgedehnten Touren eine stetig grösser werdende Fangemeinde. 2005 veröffentlicht Ben Harper nach "Live From Mars" sein zweites Live-Album "Live At The Apollo", zusammen mit dem Gospel-Trio Blind Boys Of Alabama.

Ben Harper - Live At The Apollo (2005) (Virgin Music/EMI Music)
Diskographie:
⇒ Welcome To The Cruel World (1994)
⇒ Fight For Your Mind (1995)
⇒ The Will To Live (1997)
⇒ Burn To Shine (1999)
⇒ Live From Mars (2001)
⇒ Diamonds On The Inside (2003)
⇒ There Will Be A Light (2004)
⇒ Live At The Apollo (2005)


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