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Bénabar - Infréquentable

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von Tobias Imbach am Mittwoch, 29. Oktober 2008 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop, Chanson  |  Label: Jive (Sony BMG)  |  Unsere Wertung: 5.5/10

InfréquentableVon verlorenem Interesse
Die Geschichte wiederholt sich von Zeit zu Zeit. Zwischen Bénabars drittem und viertem Album sind die Unterschiede nicht gross, weder was die Musik noch was die begleitenden Umstände angeht.

“Reprise des Négociations“ bescherte ihm seinen bisher grössten Erfolg. Bénabars drittes Solo-Album ging seit 2005 mehr als eine Million Mal über die Ladentheken und machte ihn zu einem der grössten Popstars Frankreichs. Auch sein neustes Album “Infréquentable“ stieg Mitte dieses Monats in den französischen Charts direkt an erster Stelle ein, die Erfolgsgeschichte scheint sich zu wiederholen. “Infréquentable“ hat mit seinem Vorgänger viel gemein. Zuviel.
 
Gleichsam angenehm ist noch der gelungene Start ins Album. Opener und Single-Auskopplung “L’effet de papillon“ ist dem Rezensenten eigentlich zu poppig und zu simpel, aber die glänzend aufspielende Bläserkapelle bricht hier schliesslich jeglichen Widerstand. Gänzlich gelungen ist das zweite Stück “Allez!“, das leichtfüssig zwischen Chanson und milder Latin-Folklore flaniert. Was danach folgt ist bis auf wenige Ausnahmen ein Trauerspiel, in dem musikalischer und textlicher Einfallslosigkeit die Hauptrollen zugeteilt sind. Die Rhythmen sind fast durchgehend gleich bleibend, Benabar zitiert sich mehrmals selbst, den Melodien mangelt es an Originalität und zu oft auch an Schönheit. Vieles wurde in der Art schon zu oft gehört, und beim ersten Mal war es eben noch etwas schöner oder witziger. Eine fraglos gut geschriebene und wunderschön instrumentierte Ballade wie “Malgré Tout“ verliert ihren Glanz, sobald sich frühere Grosstaten wie “Je suis de celles“ in Erinnerung rufen. Selten bricht Bénabar wirklich aus: nur im fröhlich und freundlich gestimmten “Pas Du Tout“ oder auch in “Ou t’etais passé“, wo beherzte Funk-Elemente die allpräsente Glätte etwas verdrängen. Überwiegend macht sich aber gepflegte Langeweile breit. Der Biss und die Originalität ist den Texten ebenfalls etwas verloren gegangen, der Witz und schlaue Zynismus sind nur noch selten zu finden.

All das war bei “Reprise des Négociations“ nicht anders. Im direkten Vergleich schneidet “Infréquentable“ zwar etwas besser ab, aber an seine ersten drei Outputs kommt Bénabar auch hier nicht mehr heran. Vom Album wird abgeraten, für die unten aufgeführten Anspieltipps gilt allerdings: anhören.

Seit  13. Oktober 2008 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > CH-Vertrieb
Bénabar
Anspieltipps:
> L’effet papillon
> Allez!
> Malgré Tout

Diskographie:

> La p'tite monnaie (1997) (+ Associés)
> Bénabar (2001)
> Les risques du métier (2003)
> Live au Grand Rex (2004)
> Reprise des négociations (2005)
> Best Of (2007)
> Infréquentable (2008)

Ähnliche Künstler:
> Vincent Delerm
> Cali
» 4 Kommentare
1"Dr. Music"
am Freitag, 13. Februar 2009 11:50von Bronek Kubal
Ich verstehe nicht, warum der Kritiker hier überhaupt über Musik schreibt, ich finde die CD von Benabar toll, die Musik ist klasse und abwechslungsreich, nur über eine CD zu schreiben, um sie nieder zu machen, weil man selbst vielleicht nichts im Leben erreicht hat, finde ich nicht gut. Aber wie lautet der schöne Spruch: Was haben Eunuchen und Kritiker gemeinsam? Beide wissen, wie es geht, aber keiner kann es. MfG
2Kommentar
am Freitag, 13. Februar 2009 12:23von Michael Messerli
Lieber Bronek Kubal, 
Eine Bewertung von 5.5 Punkten entspricht ganz sicher nicht einem Niedermachen. Dein Kommentar ist selber ein Eunuch. Denn das, was du da schreibst, hat keine Eier. Es hat dir ja niemand den Schnuller weggenommen, sondern nur jemand konstruktive Kritik geübt. Etwas, das du ganz bestimmt NICHT kannst. Abgesehen davon: Nur über eine CD zu schreiben, um sie zu loben, weil man selbst vielleicht im Leben nie vorwärtskommen will, finde ich dann auch nicht gut. 
Gruss, Michael
3Kommentar
am Sonntag, 15. Februar 2009 22:52von Tobias Imbach
Bronek, schön, dass du das so siehst bezüglich Benabars neustem Album, ich wünschte, mir gefiele es gleichermassen. Nachdem treffenden zweiten Kommentar (Danke Kollege!) bleibt eigentlich nur noch zu anzufügen, dass das dämliche 'du kannst es selber doch sowieso nicht besser'-Argument auch beim tausendsten Mal noch nicht zieht.
4Kommentar
am Montag, 11. Mai 2009 19:02von Bronek Kubal
Ach, das hätte ich ja gar nicht gedacht, dass dieses Thema hier noch beobachtet wird. habt Ihr Euch gefreut, dass jemand antwortet? Nein, Scherz beiseite. 
An den lieben Michael: Wenn "vom Album abraten" nicht einem nieder machen gleich kommt, wie würdest Du es denn bezeichnen? Ausserdem, was kümmert es Dich, ich habe auf den fachlichen Eintrag von Thomas geantwortet, da brauche ich nicht den Kommentar von irgendwelchen Mitläufer-Würstchen. Euch beiden sollte man die "Lizenz zum Rezensieren" entziehen, denn was Ihr veranstaltet, finde ich eines Musikkritikers, der Musik liebt und Musik gerne hört, nicht würdig. Aber erstens interessiert es den französischen Sänger sowie so nicht, was Ihr schreibt und eigentlich mich auch nicht - denn wie heisst der schöne Spruch "Was juckt es den Baum, wenn sich das Schwein an ihm kratzt". In diesem Sinne wünsche ich weiterhin schönes Miesmachen von Musikalitäten, deren tiefen Sinn Ihr wahrscheinlich nie verstehen w
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