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Benjamin Biolay - La Superbe

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von Tobias Imbach am Dienstag, 8. Dezember 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Alternative Pop, Chanson, Trip Hop  |  Label: Naïve Records  |  Unsere Wertung:  8.5/10

La superbeFür die Ewigkeit. Und zwar unbedingt.
Nach “Negatif“ ist sein fünftes Album nun bereits das zweite Doppelalbum in einem Jahrzehnt. Und mit diesem macht sich Benjamin Biolay unvergessen.

Sein fünftes Werk ist ein Album in Spielfilmlänge, ein Album wie ein Spielfilm eigentlich, vor allem über sich selbst und seine gescheiterte Beziehung mit Chiara Mastroianni. Über 30 Songs gab Biolay dafür den Laufpass, in den übrig gebliebenen 22 führt die Reise vom Punk und Britrock über den Hip Hop und Reggae bis zum Chanson und Jazz-Pop und dann nennt er es noch “La superbe“. Wer es sich einfach macht, hört gar nicht mehr hin und tut es als absurd überladenes Werk eines streitbaren Megalomanen ab. Doch Unvoreingenommenheit wird belohnt, denn “La superbe“ ist zumindest stellenweise superb und spendet dem zu Ende gehenden Musik-Jahrzehnt einen weiteren Höhepunkt.

Biolay ist wieder dauernd im Spiel mit einer edlen und warmen Melancholie, zu starke Gefühle werden nie gezeigt und der Gang in Jammertale erspart. Da stehen nicht nur die oft schleppenden Drums für eine düstere Eleganz, die auch Werke von Massive Attack bis Goldfrapp auszeichneten. Meist flüstert und spricht er nur noch – auch zu unserem Glück, wird sonst ganz unangenehm offenbar, dass Biolay nicht singen kann, dass er es noch viel weniger kann als Grandseigneur Gainsbourg. Wie dieser nutzt Biolay dies aber zu seinem Vorteil, macht die Unvollkommenheit zum Markenzeichen. Eine der früheren und schönsten Charakteristiken seiner Klangwelten kommt nach vielen Jahren endlich wieder richtig zum Vorschein: Die prächtigen Streicherarrangements auf “La Superbe“ erinnern an seine ersten zwei Alben und würden selbst Soundtrack-Grössen wie John Barry oder Michel Legrand oder auch Ennio Morricone beeindrucken.

Zu seinen frühen Lieben wie dem Jazz, der klassischen Musik Südamerikas oder den Film-Soundtracks gesellen sich markante Elemente aus den 80ern: Die Werke des frühen Morrissey oder XTCs aber auch Gang Of Four oder New Order klingen unüberhörbar nach.

In seinen üppigsten Momenten läuft “La superbe“ zu Übergrösse auf und Biolay wird definitiv zur Legende. Und Biolay ist sich dessen sicher bewusst, arbeitet auch genau darauf hin. “La superbe“ will ein Meisterwerk sein, ob es nun eines ist oder nicht. Und dadurch haftet seiner Musik auch immer etwas Prätentiöses an, das durchaus auch stören kann. Wie bei Film-Regisseur Quentin Tarantino etwa, der mit seinen Filmen darauf abzielt, Kult zu sein. Glücklich ist der, der dies ignorieren kann.

Seit 16. Oktober 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Myspace > Label


Benjamin BiolayAnspieltipps:
> La superbe
> Padam
> Buenos Aires
> Toxicomanie
> Lyon presqu'ile
> Jaloux de tout

Diskographie:
> Rose Kennedy (2001)
> Negatif (2003)
> Home - Benjamin Biolay mit Chiara Mastroianni (2004)
> A L'Origine (2005)
> Trash Yéyé (2007)
> La superbe (2009)

Ähnliche Künstler:
> Dominique A
> Vincent Delerm

> Inspiration
> Serge Gainsbourg
> Morrissey
> Randy Newman
> Michel Legrand
> Georges Delerue
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