Billy Corgan - The Future Embrace (2005) (Reprise Records/Warner Music) |
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| von Magdalena Oehen am Mittwoch, 6. Juli 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Es kommt anders, als man denkt "Es ist so leicht, negativ zu sein, und so viel schwerer, den Silberstreifen am Horizont hinter den Wolken des modernen Lebens zu entdecken." Natürlich sind an Soloalben von bereits etablierten Bandmusikern immer gewisse Erwartungen geknüpft. Getraut sich ein Künstler, sein Schaffen in eine völlig andere Richtung zu bewegen, werden dessen Gesinnung und Motive sofort hinterfragt. Und natürlich ist auch Billy Corgan, Ex-Frontmann der Smashing Pumpkins und Zwan und seines Zeichens Sprecher obigen Zitates, keine Ausnahme. Aber dennoch, wer hätte das gedacht? Weg vom Bandcharakter und hin zum Intimen, weg vom Pessimismus und hin zu einer hoffnungvollen Weltanschauung wollte sich Billy Corgan mit seinem Soloalbum bewegen. Die vorsätzliche Verwendung einer Rhythmusmaschine (auf allen Stücken ausser "Dia" zu hören, da darf Ex-Smashin Pumpkins Drummer Jimmy Chamberlin ran) soll das Intime unterstreichen, die optimistischeren Lyrics die neue Weltsicht veranschaulichen. "We can change the world", lässt Corgan bereits im Opener zu "The Future Embrace" im endlos-repeat verlauten und strapaziert damit die Gehörgänge und Nerven der Zuhörerschaft beim erstmaligen Anhören beinahe so heftig wie die sich dahinschleppende Drummachine. "Auf Anhieb vielleicht verstörend, aber als Weg in die Zukunft nach einiger Inkukbationszeit allemal nachvollziehbar", ist in der Pressemitteilung zu "The Future Embrace" nachzulesen. Und tatsächlich: Nach einigen Versuchen und etwas Gewöhnungszeit beginnen die Songs völlig neue Seiten zu offenbaren. Plötzlich beginnen die 80er-Jahre Elektrosounds durchzudringen, die zeitweise an The Cure erinnern (Robert Smith steuert zum ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftigen aber durchaus begeisterungsfähigen BeeGees-Cover "To Love Somebody" die BackingVocals und Gitarre zu) und die weiten Soundlandschaften beginnen sich vor dem inneren Auge des Zuhörers zu öffnen. Trotz der Absenz wirklich herausragender Songs ist "The Future Embrace" ein durchaus gelungener Soloerstling, lobenswert vor allem auch aufgrund Billy Corgans Mut zur Veränderung. Seit 17. Juni 2005 im Handel. Anspieltipps: To Love Somebody, Dia similar artists: The Cure, Sonic Youth > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Billy Corgan wurde 1967 in Chicago geboren. Mit 14 Jahren begann er Gitarre zu spielen und gründete 1985 seine erste Band, The Marked. Nach einem kurzen Aufenthalt in Florida trennten sich The Marked und Billy Corgan zog zurück nach Chicago, wo er bei seiner Arbeit in einem Plattenladen die zukünftigen Musiker der Smashing Pumpkins kennenlernte. Die junge Band spielte in Clubs und Bars in und um Chicago, bis 1991 ihr Debüt „Gish“ bei Caroline Records veröffentlicht wurde. Bis Mitte der 90er-Jahre etablierten sich die Smashing Pumpkins als eine der grossen Bands der alternativen Musikszene. Nach deren Auflösung 2000 gründete Billy Corgan sein nächstes, eher kurzlebiges musikalisches Projekt Zwan, nach dessen Trennung er sich seiner Solokarriere zu widmen begann. 2004 veröffentlichte er seine Gedichtsammlung „Blinking With Fists“, 2005 erscheint sein Solodebüt „The Future Embrace“. Diskographie: > The Future Embrace (2005)
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