Mit dem erfolgreichen Vorgängeralbum "In the Future" haben die Kanadier
die Messlatte mit ihren psychedelischen Songs die Messlatte sehr hoch
gelegt. Auf dem neuen Album schlagen sie eine andere Richtung ein.
Der Opener "The Hair Song" eröffnet das dritte Album "Wilderness Heart" äusserst zugänglich: ein simples Riff zum Mitwippen und die beiden Stimmen von Stephen McBean und Amber Webber, die sich sowohl im Duett wie auch abwechselnd fantastisch ergänzen, tragen den Song auf unspektakuläre, aber stimmige Weise.
"Old Fangs" ist so was wie der Earcatcher, geht sofort in Ohr und Bein. Die Orgel wummert herrlich und die leicht spacig-orientalisch angehauchten Einlagen sind sehr effektiv - ein weiteres Zeugnis der Songwriting-Qualitäten der Band.
"Radiant Hearts" ist eine wunderschöne folkige Ballade, spartanisch instrumentiert mit einer akustischen Gitarre und dezenten Keyboards. So bleibt auch hier viel Raum für den harmonischen Gesang von Stephen und Amber.
Den härtesten und schnellsten Track liefern Black Mountain mit "Let Spirits Ride"ab, vielleicht dem direktesten Song der Band bis anhin. Besonders gut gefällt an dieser Stelle der Sound der Leadgitarre, die sich herrlich knarzig durch das wild anmutende Solo frisst – cool.
"Buried by the Blues" ist im Anschluss dann wieder sehr laid back. Mit dezenter Perkussion und Lap Steel-Gitarre instrumentiert, wird bei diesem Song sehr gekonnt die Rhythmik variiert, um die Dramaturgie des Gesangs zu unterstützen.
Es sind die Arrangements, die den Hauptunterschied zum letzten Album ausmachen. Während auf "Wilderness Hearts" die Mehrheit der Songs weniger als fünf Minuten lang sind, war dies bei "In the Future" noch die Ausnahme. Mit dieser Änderung sind auch die langen Spannungsbögen, ein charakteristisches Merkmal der Band, verloren gegangen. Dem kann man entgegenhalten, dass Black Mountain die Essenz ihrer Songs noch nie so präzis auf den Punkt gebracht haben.
Während die ersten Alben weitgehend von der Band allein produziert wurden, haben sie für "Wilderness Heart" auf die Unterstützung von Randall Dunn und Dave Sardy bauen können. Das Soundgewand dieses Albums klingt irgendwie klarer und präsenter, damit passt es wie massgeschneidert zu den neuen Songs.
Obwohl nicht alle Songs die gleiche Qualität haben, sind Black Mountain meilenweit von einem Ausfall entfernt. Gut möglich und auch verständlich, wenn sich Fans der Band die Exzessivität der letzten Veröffentlichungen zurückwünschen. Ich finde der Tausch gegen schlüssige, eingängie Songs war es wert, offenbaren doch Black Mountain mit "Wilderness Heart" weitere Qualitäten, die vorher nicht so erlebbar waren. Vielleicht hat es auf dem nächsten Album wieder Platz, um die exzessive Seite ihres Soundkosmos auszuleben.
Seit 14. September 2010 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Diskographie:
> Drugonaut EP (2005)
> Black Mountain (2005)
> Bastards of Light EP (2007)
> In the Future (2008)
> Wilderness Heart (2010)
Ähnliche Künstler:
> Led Zeppelin
> Black Sabbath
> Pink Floyd