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Blood Orange - Coastal Grooves

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von Severin Kolb am Freitag, 9. September 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Post-Punk, 80er-Indie Rock, Dance-Punk  |  Label: Domino (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

Coastal GroovesUnd der nächste Haken
Schwarz-weiss, heruntergekommen, ein Hauch von Exotik und der Ruch des Verbotenen. Das Artwork von „Coastal Grooves“ fängt die Stimmung des Albums perfekt ein. Es könnte eine Szene aus einem Videoclip von The Creatures, aus der futuristischen Stadt Gotham City oder aus dem Metropolis mit Queen-Soundtrack stammen. Dev Hynes lädt auf dem Debütalbum seines Projektes Blood Orange auf eine Zeitreise in die dunkle Seite der 1980er-Jahre ein.

Es ist kein Spaziergang entlang der Memory Lane. Hynes war zu dieser Zeit noch nicht auf der Welt. In seiner Teenager-Phase hat er sich aber kaum mit anderer Musik beschäftigt und so stellt das Album „Coastal Grooves“ eine Rückkehr zu seinen persönlichen Wurzeln dar.
Bekannt wurde Hynes durch seine Band, die Test Icicles, die auf der Szene waren als der NME den NuRave um die Klaxons ausgerufen hat, doch da war auch schon die Luft raus. Nach der Auflösung der Band 2006 schrieb er Songwriterplatten, die stilistisch in keine Schublade passen, weil er seinen Stil wechselte wie andere die Unterwäsche. Inzwischen hat er sich als Produzent einen Namen gemacht und tüftelte mit Solange Knowles, der kleinen Schwester von Jay-Zs Muse, oder mit dem Rapper Theophilus London an deren Alben. Das einzige Berechenbare an Hynes Arbeit ist die Unberechenbarkeit.
Es überrascht kaum, dass Hynes schon immer Künstler bewundert hat, die in ihrer Karriere abrupte Wechsel vorgenommen, Haken geschlagen haben und immer das machten, worauf sie Lust hatten. Von Todd Rundgren, den er tief bewundert, hat Hynes ein ganzes Album gecovert. Für „Coastal Grooves“ stand Prefab Sprout Pate, deren Songwriting Hynes besonders schätzt.

Wie der Albumtitel schon sagt, geht es auf diesem Album in erster Linie um den Groove. Eingängige Basslinien umschlängeln die knallharten funky Beats, die von der Rhythmusgruppe der Talking Heads, dem legendären Tom Tom Club, stammen könnten. An anderen Stellen sind sie sexy als wäre Hynes der heimliche Sohn von Prince. Dann gibt es aber auch wieder Songs, die nach purem G-Funk der Marke Dr. Dre klingen. Auffällig ist der ziemlich einzigartige Gitarrenklang, der auf praktisch allen Songs zu finden ist, der mal an Siouxsie Sioux, mal eher an The Edge, immer aber an Dick Dale erinnert.
Das Album ist durch die einheitliche Stimmung nicht so vielfältig wie die Alben unter dem Moniker Lightspeed Champion bei denen Hynes innerhalb eines Albums herumexperimentiert und sich selber Aufgaben stellt, die er dann zu lösen versucht.
Durch die Einheitlichkeit fallen zwar die missglückten Experimente weg, unter denen die Lightspeed Champion-Alben gelitten haben, allerdings wird das Album mit der Zeit ein bisschen eintönig. Nicht immer findet er die herausragenden Ideen wie das Riff in „Suthpin Boulevard“ oder die Melodie in „Instanly Blank“. Aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt.

Für den nächsten nächtlichen Spaziergang durch die Hinterstrassen von Metropolis, Gotham City oder New York ist dies der perfekt passende Soundtrack. Hauptsache düster. Dev Hynes ist es eh egal, er wird schon seit langer Zeit am nächsten Projekt sitzen.

Seit  8.August 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Suthpin Boulevard
> Instantly Blank
> Are You Sure You’re Really Busy?

Ähnliche Künstler:
> Siouxsie Sioux & The Banshees
> The Creatures
> Prince
> The Inc.
> Talking Heads
> John Maus
> Cuckoo Chaos
> The Rapture
> Cut Copy
> Prefab Sprout
> The Cure
> Echo & The Bunnymen

Diskographie:

> Coastal Grooves (2011)
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