Blue Merle – Burning In The Sun (2005) (Island/Universal Music) |
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| von Severin Bellwald am Montag, 15. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Coldreplay? Wer bis heute noch nichts von Blue Merle gehört hat, hat eine richtig gute Band verpasst. Wer hingegen schon von ihnen gehört hat, hat möglicherweise Blue Merle verpasst. Kaum ein Bericht über ihr Debütalbum „Burning In The Sun“, in dem sie nicht mit Coldplay verglichen werden und insbesondere auf die Ähnlichkeit der Stimmen von Chris Martin und Merle-Frontmann Luke Reynolds hingewiesen wird. Der Opener und Titelgeber „Burning In The Sun“ erinnert - wenn denn schon Parallelen bemüht werden müssen - zwar eher an Dave Matthews Band, die beiden folgenden Tracks „If I Could“ und „Lucky To Know You“ machen aber recht deutlich, wie das Urteil des Coldplay-Ebenbildes zustande kam. Denn diese beiden Stücke könnten auch als B-Sides des zitierten Vorbildes durchgehen. Dennoch deutet sich der eigene Stil von Blue Merle mit den folkigen Streichern und Gitarren bereits hier an, kommt im vierten Track „Stay“ erstmals voll zur Entfaltung und zieht sich von da an konsequent bis zum Ende der Scheibe durch. Mit wenig Aufwand wird viel Stimmung erzeugt, sanfte Folk-Rock-Klänge betäuben, langweilen aber nicht, Reynolds Stimme klingt manchmal fröhlich, manchmal melancholisch, stets aber zurückhaltend und gewährt in der zweiten Hälfte der Songs meist Beau Stapleton mit seiner Mandoline und der Tenor Guitar den Vorrang. Durch diese virtuosen Zwischenspiele wirken die einzelnen Songs lebendiger und ausgereifter, bleiben bis zum Ende interessant und hinterlassen einen unverkennbaren Eindruck, der zum immer wieder Hören einlädt. Die so erzeugte sehr entspannende Atmosphäre verleiht der Musik den Charakter, welcher das Album einerseits zu einem echten Schmuckstück macht und andererseits als unabhängiges Werk definiert. Einzig beim wenig einfallsreichen „Boxcar Racer“ flirtet man mit der Skip-Taste. Da das melodische Gesamtbild aber nur ein wenig lang gezogen und nicht unterbrochen wird, vermag man über diesen Hänger hinweg zu hören. Eine Ähnlichkeit mit Coldplay soll hier nicht widerlegt werden, wer die einen mag, wird wohl auch an den anderen Gefallen finden. Blue Merle klingen irgendwie irdischer, stehen aber (wie der Albumname schon sagt) keinesfalls im Schatten einer anderen Band. Auf weitere Taten darf man gespannt sein. Seit 15. März 2005 im Handel. Anspieltipps: Stay, Every Ship Must Sail Away, Either Way It Goes similar artists: Coldplay, Dave Matthews Band, Jack Johnson, Maroon 5, Ryan Adams > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Am Anfang der Bandgeschichte standen Luke Reynolds (Gesang, Gitarre und Keyboards) und Jason Oettel (Bass) und das Angebot eines bei Sony beschäftigten Freundes, Ein Tonstudio gratis benutzen zu dürfen. Während Demo-Aufnahmen wurden sie vom Präsidenten des Verlagswesens von Sony bemerkt und bekamen einen Plattenvertrag. Reynolds machte eher zufällig die Bekanntschaft mit Beau Stapleton (Mandoline, Gitarre) und war von diesem so angetan, dass er bald in die Band aufgenommen wurde. Vierter im Bunde wurde Oettels College-Kumpel William Ellis als Drummer. Als Blue Merle (den Namen haben sie sich aus einem Song von Led Zeppelin entliehen) arbeiteten sie für ihr erstes Album mit dem bekannten Produzenten Stephen Harris (U2, Dave Matthews Band, Kula Shaker) zusammen. Diskographie: > Burning In The Sun (2005)
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