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Bonnie Prince Billy & Matt Sweeney - Superwolf (2005) (Domino/Musikvertrieb)

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von Magdalena Oehen am Dienstag, 1. Februar 2005 in Neuerscheinungen   

Bonjour Tristesse

Bonnie Prince Billy & Matt Sweeney - Superwolf (2005) (Domino/Musikvertrieb) Erneut erfreut uns der überaus produktive Will Oldham alias Bonnie "Prince" Billy mit einem wunderschönen Album von bester Singer/Songwriter Qualität. Das Besondere an seiner neusten Produktion ist die Zusammenarbeit mit Matt Sweeney (Chavez, Zwan), der die Musik zu diesem Kunstwerk beisteuert. Berührende Lyrics, von schönstem Country-Folk passend untermalt, eine Freude für jedes Indie-Herz!

Aus einer Art Herausforderung ist das erste gemeinsame Studio-Album von Will Oldham und Matt Sweeney entstanden. Nach seinem letzten Release "Master And Everyone" hatte Oldham seitenweise unfertige Lyrics übrig und während er sich daran machte, die Wortfetzen in eine sinnvolle Reihe zu bringen, forderte er Sweeney heraus, dazu passende Musik zu schreiben. In einem langwierigen Prozess, der mehrere Live-Sessions beinhaltete, wurde aus der Idee Realität und die beiden Freunde machten sich auf ins Studio, um Lyrics und Musik zusammenzubringen.
Was dabei herauskam, ist ein Meisterwerk von feinster Qualität. Fragile Klangkonstruktionen begleiten den traurigen Gesang von Will Oldham, der zeitenweise selbst kurz vor dem Zerbrechen scheint. Und dazwischen immer wieder Versuche, aus der Melancholie auszubrechen, plötzliche Einschübe von verzerrten E-Gitarren ("Goat And Ram"), nur um danach sofort wieder in tiefste Lethargie zu verfallen.
Bonnie Billys Gesang (teilweise unterstützt von Sue Schofield) und seine Lyrics sind wie gewohnt ausdrucksstark und überwältigend traurig. Er erzählt von der dunklen Seite der menschlichen Existenz, von Liebe und Tod, von den tiefen Abgründen der menschlichen Seele. Matt Sweeneys countryeske Musik begleitet Oldhams Gesang unaufdringlich und harmonisch und lässt die Magie und das perfekte Einverständnis zwischen diesen beiden Musikern klar werden.
"Superwolf" ist ein wunderbar melancholisches Album ganz im Stil von Oldhams früheren Projekten. Genau dort könnte jedoch ein Kritikpunkt angesetzt werden, denn wer durch die Kollaboration mit Matt Sweeney etwas Neues und vollkommen Anderes erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Sweeney scheint sich bei der musikalischen Umsetzung der Lyrics an die bisherigen Werke von Oldham zu halten und dessen Songwriter-Schaffen weiterzuführen, ohne viel Eigenes beizutragen.
Wen jedoch Bonnie "Prince" Billys frühere Alben berührt haben, den wird auch "Superwolf" mit seiner sanften Art überzeugen. Es lässt den Zuhörer eintauchen in scheinbar grenzenlose Melancholie und lässt in schwelgen in all der Traurigkeit dieser Welt. Wunderbar.


Seit 17. Januar 2005 im Handel.

Anspieltipps: Lift Us Up, Bed Is For Sleeping
similar artists: Cat Power, Oldhams Releases unter folgenden Pseudonymen: Palace Brothers, Palace Music

> Hören und  Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Ursprünglich unter dem Pseudonym "Palace Music", nahm Will Oldham mit wechselnden Musikern in den 90-er Jahren mehrere von Country beeinflusste Indie-Alben auf um dann 1997 sein erstes Solo-Album "Joya" als Bonnie "Prince" Billy zu veröffentlichen. Es folgten weitere Releases, abwechselnd alias "Palace" und Bonnie "Prince" Billy, darunter "Ease Down The Road" (2001) und "Master And Everyone" (2003).

Bonnie Prince Billy & Matt Sweeney - Superwolf (2005) (Domino/Musikvertrieb)
Diskographie:
> Joya (1997)
> I See A Darkness (1999)
> Ease Down The Road (2001)
> Master And Everyone (2003)
> Superwolf (2005)



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