Bonnie "Prince" Billy - Beware |
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von Philippe Feer am Montag, 23. März 2009 in Neuerscheinungen
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Genre: Singer/Songwriter | Label: Domino (Musikvertrieb) | Unsere Wertung: 6.5/10
The talented Mr. Oldham
Bonnie „Prince“ Billy überrascht uns mit seiner Musik, weil sie für einmal gleich geblieben ist.
Alle Achtung! Die Vorzeichen waren bei Beware mal so ganz anders. Früh kündigte der Prinz seinen neusten Release an, erste Photos zeigten die blanke Glatze und den verdammt langen Bart. Und als wir dann das Albumcover zu Gesicht bekommen haben, erwarteten wir nach dem frischen „Lie Down in the Light“ das grosse Gegenstück und den lang ersehnten Nachfolger zum mittlerweile zehn Jahre alten Meilenstein, dem unheimlichen „ I See A Darkness“.
Die Verwirrung ist perfekt: Die neuen Gastmusiker führen Will Oldham weiter in die eingeschlagene Richtung. Die grosse Keule wird jedoch meist fein geschwungen (obwohl man spätestens beim zweiten Hören die pompösen Arrangements im ersten Drittel der CD für ziemlich irritierend hält).
Hier vereint sich viel rustikaler Country mit osteuropäischer Folklore und den Überbleibseln aus der Zusammenarbeit mit den Schotten Alasdair Roberts und Harem Scarem. Will Oldham reist herum, lernt weltweit Musiker kennen und singt diesmal nicht von der lieben Familie wie bei „Lie Down the Light“, sondern vom einzigen Freund, der ihm immer wieder in anderen, meist überlegenen Formen begegnet.
Die Songtitel prophezeien es: Die vielen „I“ und „You“ sprechen vom erfolgreichen oder gescheiterten Dialog, der in kruden Liebesgeständnissen oder plötzlichen Verabschiedungen von der eigentümlichen Wahrheit der Gefühle erzählt und in dieser Dichte oft auch die gespaltene Persönlichkeit zu Schau stellt. Die Instrumente dominieren nur äusserlich, denn was übrig bleibt, trotz den vielen Tönen, der Opulenz, ist das Cover oder das, was wir daraus zu interpretieren versuchen. Viel anderes ging vergessen. Das ist zwar erschreckend wirkungsvoll, aber nicht das, was ich von Will Oldhams effektivem Songwriting erwarte. Neben einzelnen Höhepunkten versinkt vieles im Mittelmass, fällt aber nie auseinander. So kann man die Enttäuschung aufgrund der grossen Vorankündigung nicht ganz leugnen. Auch ich bin gespalten.
Seit 13. März 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> You Can't Hurt Me Now
> There Is Something I Have to Say
> I Won't Ask Again
Diskographie:
> I See A Darkness (1999)
> Ease Down the Road (2001)
> Master And Everyone (2003)
> Sings Greatest Palace Music (2004)
> Summer in the Southeast (2005)
> The Letting Go (2006)
> Ask Forgiveness EP (2007)
> Wilding in the West (2008)
> Lie Down in the Light (2008)
> Beware (2009)
Ähnliche Künstler:
> Mountain Goats
> Phosphorescent
> Alasdair Roberts
> Smog
> David Pajo
> Lambchop
> Songs: Ohia
> Damien Jurado
> Neil Young
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