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Bonnie "Prince" Billy & The Cairo Gang - The Wonder Show of the World

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von Philippe Feer am Freitag, 9. April 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Singer/Songwriter, Folk  |  Label: Domino (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

The Wonder Show of the WorldGemeinsam unterwegs
Emmett Kelly rückt zum ersten Mal als „The Cairo Gang“ in den Vordergund und lässt Bonnie “Prince“ Billy nach seiner Gitarre singen.

Es fällt mir schwer, jedes Jahr die richtigen Worte für einen Musiker zu finden, für den jede Redewendung bereits abgenutzt ist. Dies steht im Unterschied zu seiner Musik, die in allen Formationen, von denen er sich begleiten lässt, fasziniert und begeistert.

The Cairo Gang ist kein unbeschriebenes Blatt. Hinter dieser vermeintlichen jungen aufstrebenden Formation steht der treue Begleiter und Gitarrist Emmett Kelly, der ähnlich wie bei wesentlich kargeren Zusammenarbeit mit Matt Sweeney ("Superwolf") für einen grossen Teil der Musik abseits der Worte zuständig ist. Er rückt mit diesem Album ein kleines bisschen ins längst verdiente Rampenlicht. Shahzad Ismaily, der eben Sam Amidons neues Album „I See the Sign“ veredelte, begleitet die beiden am Bass.

Man hat anhand des Titels und Covers das Gefühl, dass die gemeinsame Reise die Protagonisten in ein fernes und fantasievolles Land führt. Dabei wird bloss über das tatsächliche Leben philosophiert, das den Schluss zulässt, dass die beiden Musiker das Leben zurzeit für besonders schön errachten. Es ist die besondere Mischung aus  Offenheit, Abheben und Bodenständigkeit, die Will Oldham seit Bonnie „Prince“ Billy auszeichnen. Unter anderem sind es diese erstaunlichen Worte, die ihm über die Lippen unter dem Bart kommen. Schon der erste Satz im Opener „Troublesome Houses“ verspricht diese ehrlich und oberflächlich leicht verruchte Spannung: „I once loved a girl/ But she couldn't take/ that I visited troublesome houses“, die in ihrem unerklärten Widerspruch doch so verständlich wirkt.

„Teach Me to Bear You“ ist eine gitarrenbetonte Ballade, die der Grenze des traurigen Kitschs ziemlich nahe kommt. Auch das folkige Herzstück „The Sound Are Always Begging” erzählt eine strube Geschichte über eine Familie. Am Schluss des Refrains ist der wesentliche Leitgedanke hinter dem Erzählten und der Philophie der Kollaboration darin verpackt: “... Without us, song is Nothing”. Abgeschlossen wird das Album mit dem beweglichen “Kids”, das anfangs mit Hall unterlegt wird und später in einem Chor (auch mit Phil Evrum) ausartet. Will Oldham hofft darin, dass er in zwanzig Jahren von diesen Kindern singen kann...

Mit „The Wonder Show of the World“ ist den beiden ein wundervolles Album gelungen. Es ist zu befürchten, dass es die einzige vollständige Kollaboration bleibt. Die Reise geht weiter und wird wieder an düstere Orte führen. Übrigens mache ich mir von nun an ein Hobby daraus, zu erraten, welche Farbe das nächste Bonnie-Album wohl tragen wird. Bei derartiger Vielfalt kommts auf Detail an.

Seit  23. März 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Emmett Kelly & Bonnie Anspieltipps:
> Troublesome Houses
> Teach Me to Bear You
> The Sounds Are Always Begging
> Merciless & Great

Diskographie:
> I See A Darkness (1999)
> Ease Down the Road (2001)
> Master And Everyone (2003)
> Sings Greatest Palace Music (2004)
> Superwolf (mit Matt Sweeney) (2005)
> Summer in the Southeast (2005)
> Brave and the Bold (mit Tortoise) (2006)
> The Letting Go (2006)
> Ask Forgiveness EP (2007)
> Wilding in the West (2008)
> Lie Down in the Light (2008)
> Beware (2009)
> The Wonder Show of the World (mit The Cairo Gang) (2010)

Ähnliche Künstler:
> Mountain Goats
> Phosphorescent
> Alasdair Roberts
> Andrew Bird
> Smog
> David Pajo
> Lambchop
> Damien Jurado
> Rocky Votolato
> Sam Amidon
> Postdata
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