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Boom Bip - Blue Eyed In The Red Room (2005) (Lex Records/Musikvertrieb)

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von Ivana Leiseder am Freitag, 1. April 2005 in Neuerscheinungen   

Wundertüte

Boom Bip - Blue Eyed In The Red Room (2005) (Lex Records/Musikvertrieb) Bryan Hollon alias Boom Bip, der sich bis anhin einen Namen als Hip Hop-Produzenten gemacht hatte, legt mit seinem zweiten Soloalbum ein Indietronic-Werk vor, das mit zehn schmucken, ausgeklügelten Musikcollagen überrascht.

Galt der musikalische Tausendsassa Bryan Hollon nach Veröffentlichung seines ersten Albums noch als Hip Hop-Laptop-Programmierer, hat er sich nun zum elektronischen Songwriter gewandelt. Diesmal bleibt er nicht nur seinem Ruf als grossartigen Produzenten treu, sondern beweist auch, dass er mehrere Instrumente genauso gut beherrscht. 98% des Materials auf "Blue Eyed In The Red Room" wurde nämlich live eingespielt - und das in Eigenregie. Das Talent aus Ohio verzichtet gänzlich auf den Gebrauch von Samples und legt organische, gitarrenlastige Musik zutage, die in jeder Hinsicht überzeugt.
Boom Bip ist ein Sound-Architekt der Meisterklasse, der ohne Grenzen sein gesamtes Talent auslotet und überzeugend verschiedenste Genres miteinander vereint. Von Hip Hop kann auf "Blue Eyed In The Red Room" keine Rede mehr sein - wenn auch "The Move" mit seinen Beats vage an Bryan Hollons Vergangenheit erinnert. Vielmehr bewegen sich die Stücke irgendwo zwischen träumerischem Indie ("One Way Round The Warm Corner"), düsterem Post-Rock ("Aplomb"), psychedelischer Electronica ("Eyelashings") und locker-flockigem Folk ("Dumb Day"), was eine grosse Vielfalt und überraschende Innovation zulässt. Die vornehmlich instrumentalen Downtempo-Tracks zeigen sich als eigenständige Lebewesen, die zu Beginn stets kleine Ideen offenbaren, die dann nach und nach in einen musikalischen Urknall resultieren. Wundersame, märchenhafte musikalische Gebilde, die stets das Gewand wechseln, entstehen, und mit jedem Hören entdeckt man neue, vertrackte Elemente, die Raum und Zeit zu überschreiten scheinen.
Während Bryan Hollon den grössten Teil des Albums als Solo-Plattform für sich alleine beansprucht, sind auf "Do's And Don'ts" und "The Matter Of Discussion" Gruff Rhys von den Super Furry Animals, resp. Nina Nastasia zu hören, die den beiden Songs mit ihren markanten Stimmen Nahrung einflössen und das ohnehin schon bezaubernde musikalische Werk um ein zusätzliches Leckerbissen bereichern.
"Blue Eyed In The Red Room" ist eine intelligente Wundertüte, die einen stets aufs Neue überrascht und in ihren Bann zieht. Mal hoffnungsvoll, mal melancholisch, nimmt uns Boom Bip mit auf eine atmosphärische, stimmungsvolle Reise, die durch sanfte Wolkenfelder, sonnige Täler, dunkle Urwälder und tiefe Höhlen führt. Angst, sich zu verirren, braucht man aber keine zu haben.


Seit 28. Februar 2005 im Handel.

Anspieltipps: The Move, Do's And Dont's, Aplomb
similar artists: Daedelus, Mike Ladd

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Bryan Hollon alias Boom Bip begann seine musikalische Karriere 1993 mit einer eigenen Radiosendung in Cincinnati, Ohio, was ihm Auftritte in Clubs und als Supporting Act für grössere Bands verschaffte. 1996 wurde dann ein kleines Label auf ihn aufmerksam und veröffentlichte seine erste EP. Diese EP brachte ihm weltweite Aufmerksamkeit ein, die sich noch steigerte, als er sich 1998 mit Rapper Dose One a.k.a. Adam Drucker zusammenschloss und eine erste Full-Lenght-Scheibe aufnahm. Das Album schlug ein wie eine Bombe und Boom Bip avancierte zum gefeierten Electro-Hip Hop-Jazz-Star, den er auch heute noch ist.

Boom Bip - Blue Eyed In The Red Room (2005) (Lex Records/Musikvertrieb)
Diskographie:
> Seed To Sun (2002)
> From Left To Right EP (2003)
> Blue Eyed In The Red Room (2005)


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