Ach wie schön: Ein weiterer smoother Schwede, der mit
der Gitarre hantiert. Alles schon gesehen, oder? Nicht ganz, nein.
Nun, mit einem beknackten Pseudonym wie Boy Omega hat man als Singer/Songwriter wohl keinen leichten Start. Vor der Rezensentin innerem Auge steigt das Bildnis eines Bubi-Superhelden empor, der sich an Konzerten mit einem Umhang à la Superman schmückt. Oder schlimmer: Er ist die Symbolfigur der Werbekampagne für die guten Omega3-Fettsäuren, der mit seiner Musik die bösen gesättigten Fettsäuren von der Welt vertreiben will... Oh Graus.
Man darf aber aufatmen: Es ist alles halb so wild. Boy Omega, bzw. Martin Gustafsson ist nämlich schon 28-jährig und mit Ernährungswissenschaft hat sein Sound nicht viel zu tun. Tatsächlich ist die EP „The Grey Rainbow“ ein feines Stück Musik, und noch dazu recht abwechslungsreich. Womit auch das eingangs erwähnte Klischee vom smoothen Schweden widerlegt wäre. Man darf sich auf „The Grey Rainbow“ nämlich beispielsweise auch eines gezielt eingesetzten Saxophons erfreuen. Natürlich fehlen die Streicher nicht und auch ein wenig Elektronikkrempel hat seinen Weg auf diese EP gefunden.
Den Auftakt macht „Burn This Flag“, nicht wirklich so revolutionär, wie der Titel suggerieren könnte, aber immerhin spannungsvoll. „From Us To Eternity“ geht dann die Geschichte wieder etwas langsamer und traditioneller an, steigert sich aber fast unmerklich in einen Streicher-Piano-Saxophon-Reigen, der dann aber auch schneller vorbei ist, als man Boy Omega rufen kann. Etwas verwirrlich, aber nett.
In ähnlichem Gewand präsentieren sich auch die restlichen fünf Stücke: Traditionell aufgebaut mit überraschenden Unterbrüchen und Klängen. Alles in allem beweist Boy Omega eine erfrischende Experimentierlaune, wobei nur das aufdringliche Knister-Rauschen während des Refrains von „Burn This Flag“ etwas zu weit geht.
Kurzum: Interessant ist die Musik, ja, aber viel hängen bleibt davon leider nicht.
Ab 12. Oktober 2006 im Handel.
Anspieltipps: Burn This Flag
Trackliste: 1) Burn This Flag; 2) From Us To Eternity; 3) Control; 4) For I Cannot Breathe; 5) Divebomb; 6) The Isle; 7) The Heart Is A Heart
similar artists: Bright Eyes, Kristofer Aström, Sufjan Stevens
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Bio:
Der Schwede Martin Gustafsson beginnt schon in jungen Jahren, Musik zu machen. Diverse musikalische Präferenzen und daraus folgend auch diverse Bandmitgliedschaften mit diversen Stilrichtungen säumen den Weg seiner Pubertät. Mit Anfang 20 beginnt er, wie wild Songs zu schreiben und erfindet in jener Zeit (leider) auch den Namen Boy Omega. Sein erstes Album erscheint 2004 und wird von den Kritikern gut aufgenommen. An Konzerten ist Gustafsson mit einer Band präsent, die aktuelle Tour wurde aber abgesagt. Nächstes Jahr soll ein neues Album erscheinen.