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Brand New - Daisy

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von MIchael Messerli am Montag, 28. September 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie, Emo  |  Label: Interscope (Universal)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

DaisySperrgut
War “The Devil and God Are Raging Inside Me” ihr “Nevermind”, dann ist das hier ihr “In Utero”. Was machen, wenn einem der grosse Wurf gelingt? Brand New halten sich die Meute vom Leib, als gäbe es nichts zu sehen. Dabei weiss doch jeder, dass es genau dann nicht stimmt.

“I was losing all my friends/ Was losing some to drinking and some to driving/ I was losing all my friends/ And didn't want them back”. So begann der Vorgänger von „Daisy“ – und dieser hatte es mehr als in sich. Ein Meisterwerk aus Dringlichkeit, Bewegung und Emotionen. Jesse Lacey wird kaum daran interessiert sein, die neu gewonnenen Freunde wieder zu verlieren. Nur die falschen werden aussortiert. Er schickt sie mit der Keifattacke „Vices“ ins Pfefferland, damit man beim gefühlvoll genialen „Bed“ wieder unter sich ist. Das liegt und steht ihm. Brand New zerlegen die Zugänge und versperren einem den Weg immer wieder mit kleinen Hindernissen. Dieses Querstellen hat aber einen kleinen Haken: Es bemüht sich zu sehr um die eigene Sache. Der Hase muss also eben diesen Haken schlagen, ansonsten erwischt ihn der Fuchs auf dem Cover. Bei genauerem hinhören erkennt der Hase aber, dass man mit dieser Einschätzung nur an der Oberfläche kratzt. Und Brand New geben einem die Zeit, um die Teile wieder zusammenzufügen.

„You Stole“ ist so eine Insel, welche beinahe schon als Postrock durchgehen könnte. Das entstellte „Be Gone“ verstört und entschärft damit etwas die Härte von „Sink“. Ähnlich ist der Titeltrack als Ganzes aufgebaut: Eine wunderbare Melodie, welche durch die Industriewalze gejagt wird, ohne dabei platt gemacht zu werden. Auch eine Leistung. „At the Bottom“ nimmt das Freunde-Thema wieder auf, aus der Perspektive der Selbstzerstörung: „And there’s a lake/ And at the bottom you’ll find all my friends/ They don’t swim cause they’re all dead“. Die Texte von Lacey bohren wahrlich tief in Herz und Seele. Dabei ist „Daisy“ spröder und rauer als der Vorgänger. Brand New winden sich in kurzer Zeit um kaum vorhandene Strukturen und erzeugen so eine permanente (An)Spannung. Dass dies keine Hits hervorbringt, versteht sich von selbst. Die elf Stücke zerpflücken und zerschlagen die eigene Zerbrechlichkeit. Das passiert, wenn man sich über die Absperrung hinwegsetzt. Sowohl als Musiker, wie auch als Hörer.

Seit 18. September 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Brand New
Anspieltipps:
> Bed
> At the Bottom
> Daisy

Diskographie:
> Your Favorite Weapon (2001)
> Deja Entendu (2003)
> The Devil and God Are Raging Inside Me (2006)
> Daisy (2009)

Ähnliche Künstler:
> Manchester Orchestra
> Taking Back Sunday
> Say Anything
> Thrice
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