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Brian Wilson - Reimagines Gershwin

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von Tobias Imbach am Mittwoch, 25. August 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop, Americana |  Label: Walt Disney (EMI)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

Reimagines GershwinGipfeltreffen
Wenn sich eine Legende des amerikanischen Pop einer anderen Legende widmet, dann muss das gut kommen – oder?

Mit zwei Jahren habe er es zum ersten Mal gehört, sagt Brian Wilson. Und liebt es mehr als sechzig Jahre später immer noch. Das womöglich hervorragendste Stück Musik, das im letzten Jahrhunderts geschrieben wurde (sagt der Autor dieser Zeilen.) Es steht nun nicht nur am Anfang und Schluss seines Albums, als Intro dienen Passagen daraus gleich einigen Songs auf dem Album. Keine schlechte Idee, denn wem gelingt es schon, “Rhapsody in Blue“ besser zu interpretieren als es Leonard Bernstein oder Morton Gould taten?

Den Fehler, “Summertime“ eine hundertmillionste Interpretation zu schenken, macht Wilson hingegen trotzdem. Ein Fehler, weil seine Interpretation, vom grandiosen Schlussteil abgesehen, viel zu steril wirkt – auch dies ein Stück, das seit mehr als einem gefühlten halben Jahrhundert nicht mehr übertroffen wurde, und daran ändert auch Wilsons pappige Version nichts (dies gilt auch für die langweiligen Fassungen ähnlich legendärer Stücke wie "S'Wonderful" oder "They Can't Take That Away from Me")

Das Album leidet teils an seinem sterilen Klangbild, aber wenn Brian Wilson fast ganz Musik-Amerika interpretiert und herrlich umarrangiert, vom Jazz über den Broadway, Doo Wop (I've Got a Crush on You) und Rock'n'Roll (“I Got Rhythm) zum Baroque Pop (“Someone Watch Over Me“) und Folk Rock gelangt und über alles einen subtil-psychedelischen Schleier legt, dann wird anderes wichtig. Zwei der zwölf Stücke sind noch ungehört, sie zählen zu den Songs, die Gershwin nie fertig schrieb. Das eine vielleicht mit Grund (“The Like in I Love You“), das andere ist aber nach dem Wilson die Feder zu Ende führte, zweifelsfrei zu einem Highlight dieses Albums geworden. Und verdeutlicht: George Gershwin klingt, nach dem sich Wilson seiner angenommen hat, so, als hätte er diese Songs auch für die Beach Boys schreiben können. Sehr hörenswert.

Seit dem 21. August 2010 im Handel erhältlich.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite

Anspieltipps:
> I Got Rhythm
> Nothing But Love

Diskographie:
> Brian Wilson (1988)
> I Just Wasn’t Made for These Times (1995)
> Orange Crate Art (mit Van Dyke Parks) (1995)
> Imagination (1998)
> Live at the Roxy Theatre (2000)
> Pet Sounds Live (2002)
> Gettin’ in Over My Head (2004)
> Brian Wilson presents Smile (2004)
> What I Really Want for Christmas (2004)
> That Lucky Old Sun (A Narrative) (2005)
> Reimagines Gershwin (2010)

Ähnliche Künstler:
> Randy Newman
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