Nach Chartstürmer-Featurings und geschriebenen Erfolgsongs wie
„Wavin‘ Flag“ wagt sich Bruno Mars an sein erstes Album.
„Nothin‘ on You“, der umjubelte Song von B.o.B führte auch Bruno Mars, der diesem Song seine sanfte Soulstimme lieh, zum Erfolg. Dasselbe bei „Billionaire“ mit Travie McCoy.
Zu jener Zeit wusste man nicht so recht, ob es sich bei Bruno Mars um eine Eintagsfliege oder ein Superstar handelt.
Mit seinem ersten Album „Doo-Wops & Hooligans“ sagt er uns: er ist keines von beidem. Für eine Eintagsfliege ist Mars viel zu anders, Jason Derülo als solche Art Fliege zu bezeichnen ist nachvollziehbar, aber Bruno Mars hat was auf dem Kasten und vertraut mit Grund auf seine Stimme, mehr als auf Party-Stimmung-Tracks. Und trotzdem lässt sich nicht vermeiden, dass er mit seines ähnlichen verglichen wird (Beispiel: Taio Cruz oder Iyaz). Superstars hingegen kann man nicht nebeneinander stellen.
Seine Art ist sehr angenehm, soulig und bluesig. Verschiedenste Elemente finden sich auf seinem Debutalbum. „Grenade“ eher ein Radiolied, bei dem man aber nicht umschaltet, sondern zuhört, wenn auch unberührt. Der R’n’B-Track ist nicht so nachdenklich wie „Just the Way You Are“, aber zu wirklicher Tiefe findet der zweite Titel nicht. Ein bisschen gar schnulzig und künstlich ist die „Schönheitserklärung“. Der Jüngling aus Hawaii trifft die Töne fast zu perfekt. Digitales fine-tuning war da am Werk. In einem 21. Jahrhundert lässt sich das aber fast nicht mehr vermeiden. Eigentlich schade.
„Our First Time“, mal ein bisschen Reggae und plötzlich klingt seine Stimme an gewissen Passagen wie die von Michael Jackson (möge er in Frieden ruhen). Ein Déjà-vu ist unvermeidlich. In „Runaway Baby“ zaubert Mars einen poppig-rockigen Strassenfeger aus der Besenkammer. Polizeihorn inklusive.
„The Lazy Song“ ist dagegen wieder mit schönem Gitarrengezupfe bestückt. Wie es der Titel bereits erahnen lässt, geht es um die Faulheit. Mars berichtet über den Willen nichts zu tun. Dementsprechend faul war auch seine Titelbenennung...
„I think I wanna marry you“ heisst es im nächsten Stück und dabei bleibt es auch, mehr oder minder. Die Songtexte sind eher einfach gehalten. Für kreischende Frauenmassen jungendlichen Alters mit leuchtenden, wässerigen Augen und Merchandising-T-Shirts bewaffnet, doch genau das richtige. Für mich ein Spürchen zu käsig. Ebenso bei „Talking to the Moon“ greift er in die feinfühlige Box. Aber er meistert seine Sache gut. Ich gebe zu, mein Kopf schaukelt mit dem Takt ein wenig mit.
Damien Marley fügt seinen Beitrag bei „Liquor Store Blues“ lückenlos hinzu. Feel-Good-Reggae von Meisters Sohn persönlich. Bruno Mars ist trotz des grösseren Gesanganteils der Gast im Lied. Die Akustik-Einlage um 2:25 macht den Titel wirklich hörenswert. Bei „Count on Me“ ist ein Ohrenwurm à la Milow mit „You Don’t Know“ oder „Ayo Technology“ entstanden. Trotz abgekupferten Schema, Absicht oder nicht bleibt dahin gestellt, kann man Bruno Mars nicht böse sein. Zu unschuldig und naiv wirkt der geborene Peter Hernandez.
Mit dem letzten Titel schliesst sich der Kreis mit B.o.B wieder. Denn wie bei „Nothin‘ On You“ hat auch dieser Track das Zeug zum Hit. Soul, Rhythmus, Blues dazu eine Prise Hip-Hop und Bruno Mars – ein Erfolgsrezept, für Gourmets und Feinschmecker auf die Dauer aber zu billig.
Seit 4. Oktober 2010 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Anspieltipps:
> Runaway Baby
> Liquor Store Blues (feat. Damien Marley)
Diskographie:
> It’s Better If You Don’t Understand EP (2009)
> Doo-Wops & Hooligans (2010)
Ähnliche Künstler:
> B.o.B.
> Justin Timberlake
> Gentleman