Buzzcocks – Flat-Pack Philosophy (2006) |
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| von Philipp Gautschi am Freitag, 31. März 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Punkrock
Label: Cooking Vinyl CH-Vertrieb: Musikvertrieb Unsere Wertung: ![]() Altersheimpunk
Würde mein lieber Grossvater, ein 94-jähriger
stolzer Veteran (er war zumindest im Zweiten an der Grenze und hat
entsprechend viele Episoden zu erzählen) und Klassik-Liebhaber, diese
Band hören, er würde die Musik als schwachsinnigen Krach bezeichnen und
einen weiteren Grund haben, der guten alten Zeit nachzutrauern. (Er
bezeichnet jedoch sämtliche in den vergangenen 40 Jahren entstandene
Musik als Krach.) Trotzdem könnte er mit den Buzzcocks prima über
Vergangenes fachsimpeln, wenn er sich nicht ob deren Umgangsformen
mokieren würde. Diese sind etwa (+/- 40 Jahre) in seinem Alter und
klingen entsprechend. Leider spielen sie in diesem Zustand noch Musik,
Punkmusik um genauer zu sein, und versuchen gar noch zu singen dabei.
Sachen gibt’s… Natürlich fällt es schwer, das unterhaltsame
Rockstar-Dasein nach vielen erfolgreichen Jahren einfach so an den
Nagel zu hängen, trotzdem sollte man diesen Zeitpunkt eigentlich von
selbst erkennen statt die Nachwelt mit weiterem musikalischem Unfug zu
belasten und enttäuschte Kritiker zu Verrissen animieren. Wir wissen ja
nicht mal wo wir atomare Abfälle endlagern können, was sollen wir also
mit dieser Platte anstellen? Die Musik hat etwa so viel Biss wie ein
Zahnloser oder so viel PS wie ein Fahrrad. Die Herren rocken etwa so
deftig wie man mit einem Badetuch Brot schneiden kann. Die langweiligen
Melodien werden von dermassen einfachem und kraftlosem Spiel sowie
wahrscheinlich ab Noten gespielten Soli begleitet, dass selbst
Schlafsäcke müde werden. Zu allem Elend jammert Peter Shelley mit
grausam näselnder Stimme über das Ganze, dass sogar Nervensägen zu
willkommenen Zeitgenossen werden und Lachsäcke zu weinen beginnen. Ich
will ja keinesfalls den Generationenkonflikt weiter scheuern, doch
Punkrock in diesem Alter mit so wenig Kraft, Ausdruck und Frechheit zu
spielen macht etwa gleich viel Sinn wie Bier im Backofen zu lagern oder
Fussball zu spielen – ohne Ball und ohne Füsse. Den halben Stern gibt’s
aus Mitleid.
Seit 3. März 2006 im Handel. Anspieltipps: - Trackliste: 1) Flat-pack Philosophy; 2) Wish I Never Loved You; 3) Sell You Everything; 4) Reconciliation; 5) I Don’t Exist; 6) Soul Survivor; 7) God, What Have I Done; 8) Credit; 9) Big Brother Wheels; 10) Dreamin’; 11) Sound Of A Gun; 12) Look At You Now; 13) I’ve Had Enough; 14) Between Heaven And Hell Similar artists: The Addicts, The Beatsteaks, Day, The Jam, T.V. Smith, The Saints > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Die Buzzcocks entstanden etwa so wie dies die meisten Punkbands taten: Die Sex Pistols machten ordentlich Eindruck, worauf Howard Devoto und Pete Shelley sich sagten, dies können wir auch, und los ging’s mit Bandgründung. Dies geschah jedoch bereits im Jahre 1976, was die Buzzcocks zu Vorreitern der Bewegung macht. Im den 70ern feierte man trotz etlichen Besetzungswechseln beachtliche Erfolge, löste sich jedoch 1981 auf. 1989 folgte dann die Reunion, man ging auf grosse Tournee und war wieder im Geschäft. Nach weiteren Besetzungswechseln spielen nun Pete Shelley (git., voc.), Steve Diggle (git., voc.), Tony Barber (ba.) und Philip Barker (dr.) weiterhin die selbe Musik und versuchen, sich ihren Lebensabend mit ein paar weiteren Plattenverkäufen zu versüssen. Diskographie: > Another Music In A Different Kitchen (1978) > Love Bites (1978) > A Different Kind f Tension (1979) > Singles Going Steady (1979) > Trade Test Transmission (1993) > All Set (1996) > Modern (1999) > Time’s Up (2000) > Buzzcocks (2003) > Flat-pack Philosophy (2006)
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