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C. Aarmé - World Music

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von Philipp Gautschi am Donnerstag, 11. März 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: (Post)Punkrock / Indierock  |  Label: Nois-o-lution (Irasible)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

World MusicH-ART-core
’Stilvoll, schwarz, dunkel, böse, aggressiv…H-ART-core’ Dies erfährt man bei Noisolution über deren Neuzugang C.Aarmé aus Schweden. Passende Worte.

Punk ist tot. Lang lebe der Punk. Mit diesem nicht ganz klischeelosen Begriff verbindet der Durchschnittsbürger üblicherweise ungepflegte, dauerbetrunkene Hundebesitzer, die anscheinend ständig Münz benötigen, um ihr primäres Bedürfnis, das Busfahren, zu befriedigen bzw. zu finanzieren.  C.Aarmé aus Göteborg spielen Punkrock im weiteren Sinne, also nicht nur aggressives Hochgeschwindigkeitsgehämmer, sondern durchaus geniessbaren, nicht zwingend kreativen, dafür jedoch ordentlich druckvollen Krach. Und tatsächlich würde sich dieser im Sortiment eines seriös arbeitenden Plattenauflegers gut machen. Vereinzelte Tanzbarkeit kann und soll nicht verleugnet werden.

Der Reiz des Albums besteht aus der Kombination von monotonem Spiel, schauriger, düsterer Atmosphäre und dem zeitweilig ausufernden Gesang Jessie Garons. Einzelne Stücke wie „Blodet“ oder „Assuan“ dürfen getrost dem ’konventionellen’ Punkrock zugeordnet werden. Hohes Tempo, Schrammelgitarre, mehr geschriene als gesungene Vocals, Schnaps- und Spassideen wie Mitpfeifen im Zwischenteil, Backgroundgeschrei bzw. –vocals, Einladung zum ausgelassenen Pogo. Andernorts, z.B. in „Old Shoes New Haircut“ kommen dank monotonem, treibendem Beat und brummender Basslinie scheue Erinnerungen an die Stonerrock-Gemeinde um QOTSA auf. Plötzlich klingt die Basslinie dann ausserordentlich britisch („Angola“), man nähert sich dem Wave, die gesanglichen Kapriolen sind beinahe harmonisch. ’Andreas Karlsson’ könnte aufgrund des sinnigen Textes ’I, destroyer of beautiful things’, sowie der grandiosen Laufzeit von 1.14 min beinahe dem Artrock zugeschrieben werden. Mit „The Abyss Song“ endet das Album mit einem Gassenhauer für die gut bestückte Indiedisco.

Verschiedenste Einflüsse, von Metal über Punk bis Wave und (Brit)pop sind auf „World Music“ zu finden. Trotzdem scheint das Album wie aus einem Guss. Monotonie und Chaos in angenehm wuchtigem Schlagabtausch. Entsprechend hoch ist diese reduzierte und gleichzeitig stilvolle Arbeit der Schweden zu loben.

Seit 12. März 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Dustin
> The Abyss Song

Diskographie:
> C.Aarmé (2004)
> Vita (2006)
> World Music (2010)

Ähnliche Künstler:
> Refused
> Turbonegro
> Death From Above 1979
> Black Flag
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