Caesars - Paper Tigers (2005) (Dolores Recordings/EMI Music) |
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| von Philipp Gautschi am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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It's not the fall that hurts, it's when you hit the ground Die CD erreichte mich - mit der "Vorwarnung" von Ivana: Achtung, die ist stark - anfangs Monat. An jenem Abend setzte ich mich, wie dies an Wochenenden so zur Gewohnheit wurde, auf mein Velo, um den Abend einigermassen schlau in Luzern zu verbringen. Fairerweise regnete es in Strömen und Regenschütze zählen halt immer noch nicht zu meinen Freunden - es sollte also nass werden. Egal, Kopfhörer aufgesetzt, kurz gestrampelt und die Gebräue würden wohl auch nicht besser als sonst schmecken. Doch diese Fahrt konnte nicht lange genug dauern bzw. der Regen nicht zu stark regnen: Die Caesars machten die Fahrt zum wahren Vergnügen. Mit einem wahrscheinlich komisch amüsierten Grinsen im Gesicht radelte ich durchs Wetter und fühlte mich seltsam glücklich. Diese Stimmung hielt über Wochen an (sogar das dringend nötige Fensterputzen und Abstauben im WG-Zimmer wurde zur wahren Freude), sodass ich bald einmal zu staunen begann, wie diese Musik das Verhalten und die Einstellung zum Positiven verändern kann. Die traumhaft verspielten, wunderschön fliessenden, aufgestellten Melodien sowie ordentlich 60er Feeling beflügeln, motivieren, verzaubern und gehen dir nicht mehr aus dem Kopf. Retro-Rock vom Allerfeinsten. Ein Ohrwurm jagt den nächsten, sozusagen eine lustig fröhliche Ohrwurm-Bolognese, die aus den Boxen tanzt. Wenn Blumen Musik spielen könnten, würde es nach Caesars tönen - etwa so wie die Zuckerglasur auf dem Entrecote. Unbeschwert beschwingt durchs Leben hösele, all den Stress und die Verpflichtungen vergessen und sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, was Glück überhaupt ist und ob man nicht schon genug davon hat, schliesslich gibt es ja wirklich nichts zu beklagen. Die Musik ist an sich ziemlich einfach, die Instrumente begleiten die herausragend gemütlichen, unbeschwerten, glücklichen Melodien immer passend, weder zu hart noch zu schnulzig. Ab und zu darf die E-Gitarre abweichen und vernünftige Soli übernehmen, um nachher wieder dem Gesang und der niemals fehlenden Farfisa-Orgel den Hauptpart zu überlassen. Man holt mit dieser CD das Glück und die Lebensfreude in Scheibenform in die Wohnstube. Ganz empfehlenswert. Seit 17. Mai 2005 im Handel. Anspieltipps: It's Not The Fall That Hurts, Your Time Is Near, Good And Gone similar artists: Franz Ferdinand, Bloc Party, Kashmir ⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb Bio: Und der Schweden-Retro-Hype (Hives, Mando Diao, Sugarplum Fairy, International Noise Conspiracy, ...) geht weiter. Die 1995 gegründete Band (benannt nach dem Spielcasino Caesars Palace) der Sandkastenfreunde Cesar Vidal und Jocke Ahlund feiert in ihrem nordischen Heimatland schon seit fünf Alben beachtliche Erfolge und wurde erst kürzlich von Virgin Music (der Riese schluckte das Retro Label Dolores) auf den weltweiten Markt losgelassen. Zwischenzeitlich dürfen sie Placebo zu ihrer Fangemeinde zählen und landeten mit "Jerk It Out" (bekannt aus iPod-Werbung) einen ersten grossen Gassenhauer. Diskographie: ⇒ Youth Is Wasted On The Young (1998) ⇒ Cherry Kicks (2000) ⇒ Love For The Streets (2002) ⇒ 39 Minutes Of Bliss (In An Otherwise Meaningless World) (2003) ⇒ Paper Tigers (2005)
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