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Cave In – White Silence

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von Michael Messerli am Mittwoch, 13. Juli 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Postcore, Progrock |  Label: Hydra Head (Irascible)  |  Unsere Wertung: 5.0/10

White SilenceZu bunt
In der Musik geht es oft um Erwartungen und wie man mit ihnen spielt. Um Identität und eine Richtung. Manchmal geht es aber einfach auch nur um gute Songs.

Beinahe hätte der Ausflug zum Major-Label (RCA Records) Cave In die Existenz gekostet. „Antenna“ ist das Zeugnis dieser Zeit und eigentlich ein durchweg gelungenes Album. Aber wie das so ist, mit dem Loslassen einer schwierigen Zeit, kann die Band selbst nicht mehr viel damit anfangen. 2011 hört man das, beim ersten Release seit sechs Jahren. Aaron Turner, Frontmann von ISIS, nahm die Band wieder bei Hydra Head unter Vertrag. Nun also erscheint endlich ein neues Album von Cave In. „White Silence“ kann aber lang gehegte Erwartungen nicht erfüllen. Und das steht hier jetzt nicht geschrieben, weil sich der Autor ein weiteres „Antenna“ wünscht. Es steht hier, weil bereits die ersten beiden Songs enttäuschen. Das wenig stimmungsvolle Intro sowie das einfallslose „Serpents“ müssen erst überstanden werden, bis „White Silence“ endlich beginnt. „Sing My Loves“ zeigt danach in voller Grösse, was hätte sein können. Unausgegoren, fast ein wenig hingekleckst wirkt das Album aber mehrheitlich. Vielleicht liegt es auch daran, dass Hardcore zur Zeit von Bands wie Fucked Up oder Touché Amoré einfach frischer aus den Boxen kommt, aber das klingt ja fast schon wie Altmeisterbeleidigung. Es ist einiges gut auf „White Silence“. Sprechen wir auch davon.

Das über 8-minütige „Sing My Loves“ greift episch über verschiedene Stile hinweg zu den Sternen, mit einem zweiten Teil zum Niederknien. Schwere Gitarren weichen himmlischem Gesang. Das verrückte „Centered“ läuft komplett aus dem Ruder und jagt sich selber – aber sicher keine Melodien. Der Höhepunkt folgt mit „Summit Fever“, abgehoben und weitläufig. Psychedelischer Spacerock, der gleich darauf wieder neuen Klängen weicht („Heartbreaks, Earthquakes“). Cave In spielen mit dem Hörer, wollen gar nicht erst auf dem selben Pfad bleiben. Das stumpfe Geprügel von „Vicious Circles“ hingegen könnte wiederum von so manch anderer Band stammen. Ein Alleinstellungsmerkmal fehlt diesem Song gänzlich, genauso wie ein einziger zwingender Moment. Der weitere Verlauf der Platte ist sicher nicht schlecht, aber eben auch nicht mehr. Vor allem der akustische Schluss „Reanimation“ wirkt wie ein Gegenspieler des Beginns. Findet aber keinen Bezug und schafft es nur knapp, das Gefühl eines fallenden Vorhangs zu verkörpern. So bleibt „White Silence“ ein zuweilen seltsames Album, das in seinen guten Momenten überzeugt und in den anderen schnell verblassen wird.

Seit  24. Mai 2011 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Cave In
Anspieltipps:
> Sing My Loves
> Summit Fever
> Centered
 
Diskographie:
> Until Your Heart Stops (1998)
> Jupiter (2000)
> Antenna (2003)
> Perfect Pitch Black (2005)
> White Silence (2011)
 
Ähnliche Künstler: 
> Coalesce
> Zozobra
> Oceansize
» 1 Kommentar
1"gut getroffen"
am Mittwoch, 13. Juli 2011 21:46von zet
gute kritik. als cave-in fan habe ich die scheibe natürlich blind gekauft und bin das erste mal enttäuscht. 
dafür habe ich perfect pitch black wieder aus dem regal genommen und finde diese scherbe besser denn je.
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