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Chapelier Fou - Invisible

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von Sophie Müller am Freitag, 27. April 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Electrofolk   |  Label: Ici d'ailleurs (Irascible)  |  Unsere Wertung: 8.5/10

  Invisible
Mysterieux violons
Chapelier Fou, der Mad Hatter aus Alice im Wunderland. Man stellt sich eine verrückt farbenfrohe Figur vor – dabei hört sich seine Musik sphärisch melancholisch an. 

Sein letztes Album nennt sich „Invisible“. Vielleicht ist es ein Versuch, Unsichtbarkeit klingen zu lassen – aber hoffentlich nicht, denn er wäre gescheitert. „Invisible“ fühlt sich sehr sichtbar an. Das Album weckt Sinne und verführt den Hörer mit Klängen aus einer scheinbar fremden Welt, die mit Fingerspitzen zu degustieren sind. Hinter dem Pseudonym steckt Louis Warynski, ein französischer Multiinstrumentalist. Er spielt klassische und traditionelle Musik, die er mit elektronischen Instrumenten samplet. Chapelier Fou schwebt zwischen Folklore und Electro, und doch bleibt seine Musik sanft und irgendwie fern. 

Und diese Geige! Mal werden die Saiten flink gezupft, frech geben sie den Takt an – dann wiederum streicheln die warmen Geigenmelodien sich leise ins Ohr. Der Chapelier Fou spielt tatsächlich nicht nur mit Synthesizer und Sampler, sondern auch Geige und Klavier. Diese kommen live mit auf die Bühne. Nach seiner ersten EP im Jahr 2009 spielte Chapelier Fou auf diversen Festivals wie dem Paléo, dem berühmten Sziget Festival in Budapest oder auf dem von Peter Gabriel lancierte WOMAD, welches bisher in über 20 Ländern stattfand. „Invisible“ ist zum grössten Teil akustisch. Nur zwei der Tracks liefern auch Gesang: „Vessel Arches“ wird von Gérald Kurdian begleitet, der hinter der Einmann-Band „This is Hello Monster“ steckt (Unbedingt ein Blick wert! www.myspace.com/tithm). 

Auf dem letzten Lied des Albums kriegt Chapelier Fou schliesslich gesanglichen Besuch von The Third Man Foundation Frontmann Matt Eliott. Diese gesungenen Passagen schmiegen sich eng an die Instrumente und an, fast schüchtern nähern sie sich ihnen an. „Invisible“ ist ein mysteriöses und auf seine Art fragiles Werk, das aber keineswegs schwach auf den Beinen ist. 

Seit 6. April 2012 im Handel.


Anspieltipps: 
> Protest 
> Fritz Lang 

Diskographie: 
> 613 (2010) 
> Invisible (2012) 

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