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Chris Garneau - El Radio

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von Peter Gisler am Mittwoch, 30. September 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Singer-Songwriter  |  Label: Fargo Records (Irascible)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

El RadioPianolastige Farbtupfer
Chris Garneau ist mit einer zuckersüssen Fistelstimme ausgestattet und singt sich auf seinem zweiten Album „El Radio“ durch verträumte Piano-Balladen und beschwingt tanzbare Stücke, die ab und zu einen ost-europäischen Touch versprühen.

Chris Garneau wird oft mit Sufjan Stevens verglichen und selten hat ein Vergleich so ins Schwarze getroffen wie bei „Dirty Night Clowns“. Hätte ich den Song irgendwo am Radio gehört, ich hätte ihn ziemlich sicher Sufjan Stevens zugeordnet. Der zweite Song auf „El Radio“ würde bestimmt auch auf einem Sufjan Stevens Album eine gute Figur machen. Das Piano schlägt einen lustigen Takt an, Geigen setzen ein und es wird geflötet und im Chor gesungen. Man kommt sich vor als wäre man im Zirkus.

Im Vergleich dazu sind jedoch die meisten Songs auf „El Radio“ sehr ruhig und meistens ist es das Piano, welches Chris Garneaus knabenhaft hohe Stimme unterstützt. Der Opener „The Leaving Song“ wirkt zum Beispiel sehr zerbrechlich und ist voller naiver, hoffnungsvoller Lyrics.

„No More Pirates“ ist dann mit seinen auftretenden Bläser wieder sehr fröhlich und mit dem darauf folgenden „Fireflies“ fliegt man erneut direkt hinein ins grosse Zirkuszelt. Und tatsächlich klingt der Song ein bisschen wie ein sich stetig drehender Leierkasten. Ein kleines Highlight ist auch „Over and Over“, welches mit vielen Streicher daher kommt und am Schluss gar einem kleinen Kinderchor Platz macht. Süss. Doch dieser süsse Eindruck haftet dem Album leider doch ein bisschen zu sehr an und es lässt gewaltig an Tiefe vermissen.

Passend dazu gibt es gegen Ende des Albums mit „Things She Said“ ein Song, der uneingeschränkt als Schlaflied durchgeht und in dem Chris Garneau selbst ein fast schon kindliches Verständnis der Dinge ins Mikro haucht. Man weiss nicht genau, ob er sich damit gleich selbst in den Schlaf wiegen will: „It’s strange to me when people come, when people go / It really blows my mind you know“.

„El Radio“ ist ein Album welches viele kleine und bescheidene Highlights bietet und bestimmt viel Freude macht, um es ab und zu wieder aufzulegen. Doch die Stimme von Chris Garneau gleitet einfach zu sehr in nicht fassbare Höhen und besitzt nicht die nötige Ausdruckskraft um sich längerfristig in den Hörgängen festzusetzen.

Seit 3. Juli 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Chris Garneau
Anspieltipps:
> Dirty Night Clowns
> No More Pirates
> Over and Over

Diskographie:

> Music for Tourists (2007)
> El Radio (2009)

Ähnliche Künstler:
> Sufjan Stevens
> Scott Matthew
> Antony and the Johnsons
> Maximilian Hecker
> Andrew Bird
> Jens Lekman
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