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Cohesion – Lovely Hate (2005) (Engineer Records/Flight 13)

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von Michael Rothen am Dienstag, 2. August 2005 in Neuerscheinungen   
Cohesion – Lovely Hate (2005) (Engineer Records/Flight 13)

„Lovely Hate“ – treffender geht’s in diesem Falle einfach nicht!

Cohesion – Lovely Hate (2005) (Engineer Records/Flight 13) Cohesion – der Bandname des italienischen Quartetts – ist englisch für Kohäsion, kommend vom lateinischen Ausdruck „cohaerere“, was wiederum nichts anderes als Zusammenhangskraft bedeutet. Nun gut, dafür musste ich tief in meinen alten Studiumsunterlagen über Bodenmechanik wühlen. Ein erdiges Ding irgendwo zwischen Hardcore und Punk.

Zusammenhangskraft – und das wird mit der vorliegenden EP augenscheinlich – steht bei diesen vier Ragazzi sinnbildlich für das Bandgefüge und dessen Resultat: Faszinierende Musik. Ein jedes der vier Bandmitglieder hat hier mindestens 25% Anteil am Ganzen, auf der persönlichen wie auf der musikalischen Ebene. Keiner scheint ersetzbar, es muss so wie es ist. Nein! Es kann nur so, wie es ist, denn sonst ist es ganz einfach nicht mehr das, was man hier als Cohesion über den eigenen zweiten Sinn erfasst.
Untermauert wird dies deutlich mit dem Track „The Authentic Art Of Feeling Awkward”, in welchem Cohesion die Sache wie folgt auf den Punkt bringen: “We could be the worst band, but we are proud to be this way. This time I will not (not this time) be surrendered by the trend!”. Genau.

Alberto – der Sänger, meinetwegen Shouter – schafft es auf geradezu hervorragende Weise, seinen intelligenten Texte jene Dringlichkeit zu verleihen, welche anderswo zu oft – durch das eingehen von ökonomisch gesteuerten Kompromissen – verloren geht. Wenn er im Liebeslied „Princess“ betört: „Spending my time, thinking of you, ‘cause you’re the one I (fucking) want, because I love you!”, dann hört sich das schlicht so echt an, als stünde er, ob des Verlangens nach Erwiderung, kurz entschlossen vor dem erlösenden Sprung in den Abgrund. Gänsehaut!

Typischerweise kommt so ein extraordinäres Produkt eher low-budget-mässig daher. „Lovely Hate“ hat zwar insgesamt einen sehr passenden, dreckigen und leicht aggressiven Grundsound, jedoch vermisst man über die Dauer der EP doch etwas die Präsenz der Drums. Irritieren tun auch einige Unpräzisheiten und Temposchwankungen. Handkehrum ist es wiederum genau das, was hier das Live-Gefühl ausmacht und fern ab dessen ist, was man als ein totes, steriles, überproduziertes Etwas kennt.
Und hey, wer wie ich Cohesion bereits einmal live erleben durfte, wird sich erst der Einzigartigkeit dieser Band bewusst. Amen.


Seit 12. Mai 2005 im Handel.

Anspieltipps: From Butterfly To Chrysalis, The Authentic Art Of Feeling Awkward, Princess
similar artists: Stretch Arm Strong, Bane, Snapcase, Drowningman

> Hören und Kaufen  > Offizielle Seite > Label

Bio:
Cohesion existieren in der heutigen Besetzung seit 2001. Davor gestikulierte man bereits unter anderem Namen und noch mit einem anderen Bassisten im italienischen Hardcore-Untergrund. Geographisch gesehen, stammt der Vierer aus Mittelitalien (Pisa) und ist somit eine der direkten Ursachen bezüglich die Schieflage des allseits bekannten Turmes.
Mit der Veröffentlichung ihres Demos “Let The Kids Have Fun” in 2001 (Eigenvertrieb) erhielten Cohesion diverse gute Kritiken, was ihnen ermöglichte, in Italien zu touren. Ihnen selbst fällt es schwer, ihre Musik zu schubladisieren. Manche sprechen von Old-School Hardcore, andere wiederum nennen es New-School Hardcore; wahrscheinlich ist es ein Mix aus beidem und noch viel mehr.
Auf ihrer neuen EP „Lovely Hate“ präsentieren Cohesion ihre wahre Stärke: Intensive und interessant strukturierte Songs mit tiefgehenden Texten über persönliche Belange, Freundschaft im Allgemeinen oder die Gesellschaft.
Ein Jeder wird sich immer wieder gerne an eine Cohesion Live-Show zurück erinnern, wo vier verrückte Jungs ihr intensives, wuchtiges und immer zappelndes Live-Set in bester Hardcore-Manier zum Besten geben.

Cohesion – Lovely Hate (2005) (Engineer Records/Flight 13)
Diskographie:
> Lovely Hate [EP] (2005)
> Let The Kids Have Fun [EP] (2001)


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