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Crème De Menthe - The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs (2005)

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von Ivana Leiseder am Mittwoch, 4. Januar 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: EBM-Electro
Label: Disko B
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung: Crème De Menthe - The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs (2005)

Do you like this pain?

Crème De Menthe - The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs (2005)Matthew Aldworth mit einem Debütalbum, das klingt, als hätten sich Marquis de Sade, Leopold von Sacher-Masoch und DAF zu einem musikalischen Ménage à trois getroffen. Ui, ui, ui...

Meine sehr verehrten Damen und Herren: Hiermit verleihe ich meiner Wenigkeit selber das ::exit.music::-Verdienstkreuz für hartnäckiges, unermüdliches Hören und Rezensieren von nervtötenden, morbiden und anstrengenden Alben, jawohl! Auch mit Crème de Menthes Debütalbum "The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs" hat man nämlich wieder sprichwörtlich die A-Karte gezogen (sic!): "Lick Your Lips / Bend Down / I'm Your Master / Watch The Drips / Don't Look / Do It Faster / Do You Like This Pain?", schmettert einem Matthew Aldworth imperativisch und von musikalischen Peitschenhieben begleitet an die verblüffte Birne. Zeilen wie diese und Songtitel wie "A Hunger That Never Ends", "SadomasochistUS" oder "Plastique" lassen nur unschwer erkennen, worum's inhaltlich bei den vorliegenden Tracks geht: BDSM, sprich: Bondage & Discipline, Domination & Submission und eben Sadism & Masochism. (Hi hi hi.) Als wäre dies nicht genug, wird die dunkel-brutale, hoffnungslose Schiene nicht nur lyrisch, sondern auch noch musikalisch schön prätentiös gefahren: Brachiale Bässe, unterkühlte Synthies und Beats stampfen in hämmerndem 4/4-Takt und von sich steeeets wiederholenden Melodiensequenzen und allen möglichen menschlichen Lauten umgarnt mal schneller, mal langsamer um die Wette und liefern so ein 80er Jahre typisches EBM-Spektakel wie man es von DAF, Front 242 oder etwa NItzer Ebb kennt - wobei sich die 12 gnadenlosen Electro-Stücke Crème de Menthes kaum voneinander unterscheiden. Auch die Botschaft ist spätestens nach ein paar Stücken klar: Die Welt ist scheisse, dies ist scheisse und jenes ist scheisse und wir wollen jetzt mal so richtig... ihr wisst schon. Und überhaupt. Bum, bum, bum, da da da, uh ah, oh, "do you like this pain?", tönt's während knapp einer Stunde furchteinflössend und übertrieben pathetisch aus den Lautsprechern und fast müsste man lachen. Fast. Mit Verlaub: Tanzbar ist die Sache gewiss, klingen tut's auch richtig retro und 80ies-authentisch, aber na ja... Muss das sein? Nö, eigentlich nicht. Zugegeben: Für gewisse schwarz gekleidete 80er Jahre-Nostalgiker mit Hang zu Latex und anderen schönen Dingen mag dieses Album wohl ein wahres Vergnügen sein, doch die Rezensentin kann sich bei bestem Willen nicht dafür erwärmen. Auch nicht mit Pfefferminztee, den man sich extra zur Rezension zusammengebraut hat. Wie dem auch sei: Do you want my love? - No.


Seit 18. November 2005 im Handel.

Anspieltipps: Do You Want My Love?
Trackliste: 1) Abduction; 2) A Hunger That Never Ends; 3) Do You Want My Love?; 4) ElektroBAS; 5) SadomasochistUS; 6) Destroy The Human Race; 7) We're Living In The Night; 8) They're Hot; 9) Crack The Burning Whip; 10) Ryah-Dam!; 11) Plastique; 12) Vernichtet Die Menschheit
similar artists: DAF, Front 242, Die Krupps, Nitzer Ebb, The Hacker, Kraftwerk

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Hinter Crème de Menthe steckt der Schotte Matthew Aldworth, der an einem College in Edinburgh eine Kombination aus Gitarre, Schlagzeug, Komposition, Aufnahmetechnik sowie das Arbeiten mit MIDI studierte. Neben dem Studium sammelte er Erfahrung in einer Progressive-Rockband. 1998 zog Aldworth nach Glasgow um, um Dance-Musik zu schreiben. Ebendort legte er sich nach einem Gig mit Green Velvet das Pseudonym Crème de Menthe zu. 2001 erschien die EP "Plastique", deren Titeltrack beim britischen NME zur Single der Woche gekürt wurde. Nach einer Tour und dem Erstellen von Soundtracks für Kurzfilmen produzierte er für das Label Disko B schliessilch das Debütalbum "The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs", das Ende 2005 erschien.
 
Crème De Menthe - The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs (2005)
Diskographie:
> Plastique (EP) (2001)
> The Impossibility Of Eroticism In The Suburbs (2005)



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