Wer ihn kennt, verehrt ihn: Daniel Johnston ist einer dieser wenigen Künstler, die eine eingeschworene und vorrangig aus Künstlern bestehende Fangemeinde ihr eigen nennen. Die beklagt zuweilen lauthals den mangelnden Bekanntheitsgrad ihres Meisters oder zitiert ihn andächtig. Doch für einen Besinnungsaufsatz ist hier kein Platz (siehe stattdessen
hier), denn Daniel Johnston hat eine neue CD veröffentlicht.
Zum vermutlich ersten Mal lässt sich Johnston durchgängig von einer Band begleiten, was dem Album mehr Schwung gibt, wenn auch nicht unbedingt mehr Wucht. Majestätische Songskizzen, mit brechender Stimme am Piano vorgetragen, sucht man hier vergeblich. In den schwächeren Momenten glaubt man, einer Hobby-Western-Band zu lauschen. In den stärkeren denkt man, hier hat sich einer gefunden, der immer noch schrägste Songs singt, jetzt aber deutlich selbstbewusster und weniger selbstvergessen. „May the force be with you“ singt Johnston im Titelstück.
Ein Lamento sehr johnstonscher Natur etwa ist „Tears“, ein Liebeslied über verpasste Möglichkeiten, voller schiefer Vergleiche (die einzigen, die wirklich zum Nachdenken anregen). Etwas abgedrifteter geht es gegen Ende der Scheibe zu, hier treffen Punk-Zitate auf hohe Stimmlagen. „High Horse“ stellt dann wieder einmal unter Beweis, dass Johnston einer der großen Simple-Songs-Writer ist, angereichert das Ganze mit Bright-Eyes-Gerumpel und Heiserkeit. Ähnliches gilt für „Without You“, wo im fröhlichsten Singalong das Leben „ohne dich“ ausgemalt wird, eine repetitive Beschwörung mit den Mitteln des Wiegenlieds.
Seit 25. September 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> Is and Always Was
> High Horse
> Queenie the Doggie
Diskographie:
> Songs of Pain (1980)
> Don't Be Scared (1982)
> The What of Whom (1982)
> Hi How Are You? (1983)
> Yip/Jump Music (1983)
> Retired Boxer (1984)
> Continued Story (1985)
> Respect (1985)
> 1990 (1990)
> Live at SXSW (1990)
> Artistic Vice (1993)
> Fun (1994)
> Rejected (1999)
> Why Me? Live at Volksbühne (2000)
> Rejected Unknown (2001)
> Fear Yourself (2003)
> More Songs of Pain (2005)
> Frankenstein Love (2005)
> Electric Ghosts (2006)
> Welcome to My World (2006)
> Lost and Found (2006)
Ähnliche Künstler:
> Butthole Surfers
> Jad Fair
> Nirvana
> Beck