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Daniel Lemma – Dreamers & Fools (2006)

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von Severin Bellwald am Freitag, 10. März 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Folk, Pop
Label:  Warner Music
CH-Vertrieb: Warner Music Switzerland
Unsere Wertung:Daniel Lemma – Dreamers & Fools (2006)

Daniel sagt...
Daniel Lemma – Dreamers & Fools (2006)Nach „Meeting At The Building“(2003) tourte Daniel Lemma im kleinen Rahmen und fand dabei offenbar Gefallen an betont zurückhaltendem Auftreten. Geschichtchen für bodenständige Dreamer und dezente Fools.

Es ist ja nicht so, dass Daniel Lemma früher laut und fetzig gewesen wäre. „Meeting At The Building“ war nicht unbedingt für Fools, allemal aber für Dreamer. Leise aber intensiv, mit einem leicht wehmütigen Charme, der eine unauffällige Einzigartigkeit bedeutete.  Drei Jahre später bleiben auf „Dreamers & Fools“ von den genannten Merkmalen nur „leise“ und „unauffällig“ übrig, aus den leichten Spuren von Soul sind handfeste Countryklänge geworden. Das Atmosphärische, manchmal sogar Mystische ist bodenständigem Lagerfeuerambiente gewichen, gemächlich glühend, aber nie wirklich entflammend. Gitarre, Bass, Keyboard und Drums ergeben sich widerstandslos ihrer Statistenrolle und schleppen ihr formloses Dasein gelangweilt über die Zeit. Diese betonte Kargheit scheint eine bewusste Reduktion auf das Wesentliche, was in diesem Fall wohl Daniel und seine zehn selbstgeschriebenen Songs (plus das Womack & Womack-Cover „Eyes“ und einem Bonustrack) sein sollen. Wobei „Song“ möglicherweise nicht der adäquate Ausdruck ist, denn vielmehr handelt es sich um kleine Geschichten. Die Texte sind in der Mehrzahl so konkret ausgearbeitet, dass sich eine Interpretation erübrigt und jegliche Symbolik fehlt. Nach einem „Und dann passierte dies und dann das und anschliessend…“-Muster erzählt der Daniel wahrscheinlich aus seinem Leben, dabei fehlt aber jede Tiefe, jede Magie, alles wird runtergeleiert, ohne den Hörer je zu überraschen. Zudem wird man das Gefühl nicht los, dass hier hemmungslos geschwelgt und gejammert wird.
Wären zwei oder drei Perlen zu finden, würde man den Rest als nett produzierten Folk-Pop akzeptieren können und sich über ein hübsches Album freuen. Man muss aber leider sagen, dass es keinen einzigen Song auf der Scheibe hat, der aus dieser Harmlosigkeit hervorragt. Am Auffälligsten in einem eher merkwürdigen Sinn ist „Lovelight“, das nach Bee Gees ohne Discoflair klingt. Am meisten Charisma weist „Matilda`s Door“ auf, dass dem am nächsten kommt, was man von Daniel Lemma erwartet. Doch auch diesem Track fehlt es an Abwechslung und Charakter.
Als Nachfolger seines bezaubernden Vorgängers ist „Dreamers & Fools“ eine Enttäuschung, für sich alleine steht es im neutralen Niemandsland.


Seit 24. Februar 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Please press any key. Klingt alles gleich.
Trackliste: 1) Loving Hands; 2) My Boyish Days; 3) Lovelight; 4) Teardrops; 5) Au Clair De Lune; 6) Matilda`s Door; 7) She Calls Me; 8) Single Man; 9) Eyes; 10) Fool; 11) Dad Belongs To The Band;
Bonustrack: This Time Around
similar artists: Van Morrison, Norah Jones, Ben Harper

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb
 
Bio:

Daniel Lemma erlangte erstmals die Aufmerksamkeit einer breiteren Öffentlichkeit, als er 2000 den Hit „If I Used To Love You“ zum Soundtrack des Josef Fares Films „Jalla Jalla“ besteuerte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der in Göteborg lebende Sänger bereits ein nie veröffentlichtes Album aufgenommen und war Frontmann von Mo Blues, einer old-school Bluesband, sowie von Mo Funk, einer Funkgruppe, die durch die Clubs von Göteborg zog.  Lemma war auch für ein paar Jahre in New York und nahm dort ein Soulalbum auf. Vor der Veröffentlichung ging das Label aber bankrott und Lemmas Aufnahmen wurden beschlagnahmt. Zwei erfolglose Jahre später kehrte Daniel nach Göteborg zurück und nahm mit zahlreichen Musikern seiner früheren Bands das Album „Morning Trains“ auf, das 2001 veröffentlicht wurde.

Daniel Lemma – Dreamers & Fools (2006)
Diskographie:
> Morning Train (2001)
> Meeting At The Building (2003)
> Dreamers & Fools (2006)


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