„Castellorizon“ beginnt in bester Floyd-Manier und
hätte gut auf einige Scheiben der vergötterten Jungs gepasst. Was er
dann aber mit „The Blue“ so genau wollte, steht in den Sternen. Das
kann er doch besser. Sowieso wird David Gilmour ja langsam alt. 60
Lenze zählt er mittlerweile. (Wir gratulieren! Nachdem seine Hände und
Stimme in unzähligen Welthits integriert sind, will er solo nicht recht
auf Touren kommen. Man hat beim Hören ein bisschen das Gefühl, dass man
ja Pink Floyd kennt, wieso sollte man sich also eine Gilmour
Solo-Scheibe zulegen. Fast in jedem Song fügt er ein endloses
Gitarrengefrickel hinzu. Selbstverständlich ohne Zweifel ein Könner,
aber man hat sich irgendwie an diesen Songs schnell satt gehört. „This
kind of love is hard to find / I never got to you by being kind / If
I’m the one to throw you overboard / At least I showed you how to swim
for shore“. Na ja. Auch texten kann der werte Herr doch besser. Eine
schöne Stimme hat er trotzdem noch. „This Heaven“ weckt dich aber aus
der Frickelei und lässt dich mitwippen. „So break you’re bread and poor
the wine / I need no blessings but I’m counting mine / Life is much
more than money buys / When I see the faith in my children’s eyes“. Der
alte Mann hat Frieden mit sich selber und der Welt gemacht. Nach einem
so bewegenden Leben mag es auch schön zu sein, zurückzublicken. Und
während andere sich auf ihren Lorbeeren ausruhen, probiert’s David
wenigstens. Das Instrumental „Then I Close My Eyes“ ist dann die Ruhe
selbst. „Smile“ hingegen wäre wieder mal nicht nötig gewesen. Aber auch
wenn er’s auf seinem neusten Output nicht recht hinbekommen will: Dem
Man haben wir viel zu verdanken. „On An Island“ jedoch ist eine
zwiespältige Angelegenheit. Einerseits gefällt’s teilweise und
andererseits wäre es der fast perfekte Soundtrack, um sich schlafen zu
legen.
Seit 6. März 2006 im Handel.
Anspieltipps: Take A Breath; This Heaven
Trackliste: 1) Castellorizon; 2) On On island; 3) The Blue; 4)
Take A Breath; 5) Red Sky At Night; 6) This Heaven; 7) Then I Close My
Eyes; 8) Smile; 9) A Pocketful Of Stones; 10) Where We Start
similar artists: Pink Floyd, Genesis, Yes, Peter Gabriel,
Porcupine Tree , Roger Waters, Anathema, Jethro Tull, King Crimson, Marillion
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Bio:
David Gilmour wurde am 6. März 1946 in Cambridge geboren. Bekannt wurde
er durch Pink Floyd, deren Gitarrist, Sänger und Songschreiber er war.
Jedoch auch durch seine Solo-Alben und Kollaborationen mit anderen
Künstlern wie Kate Bush, Paul McCartney und Pete Townshend kennt man
ihn. Mit Pink Floyd hatte er in den 70ern weltweite Erfolge, Jahre
später wurden sie gar in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen.
1978 erschien sein erstes Solo-Album, schlicht nach ihm benannt, das in
den USA und in Grossbritannien in die Charts einstieg. 1984 folgte sein
zweites Solo-Album „About Face“. Seither spielte er unzählige
Live-Daten, sei es Solo oder im Juli 2005, für eine einzigartige
„Reunion“ mit Roger Waters am Live 8 in Londons Hyde Park. Sein neustes
Projekt ist seine dritte Solo-Scheibe „On An Island“, welche seine
ganze Aufmerksamkeit erforderte. Eine Tour durch die USA und Europa
folgt.
Diskographie:
> David Gilmour (1978)
> About Face (1984)
> On An Island (2006)