Day One kurz umfasst: Gewitzte Worte in vielfältigem klanglichem Kontext eingebettet.
Sieben Jahre sind es, die zwischen dem 2000 erschienenen „Ordinary Man“ und dem heuer veröffentlichten “Probably Art“ liegen. Damals besonders in Frankreich erfolgreich, wurde den zwei Musikern aus Bristol aber auch in unseren Breitengraden einige Aufmerksamkeit zuteil. Unterdessen wieder in Vergessenheit geraten, setzen sie mit dem Nachfolger auf dasselbe, damals schon formidabel funktionierende Gemisch. Vorschnell könnte aufgrund diverser Anzeichen (wie etwa dem damaligen Release auf Melankolic, dem kurzzeitigen Label von Massive Attack) vermutet werden, dass man es hier endlich wieder mal mit einem Vertreter des typischen Bristol-Sounds zu tun habe.
Schon der Opener weist allerdings in eine gänzlich andere Richtung: Vokalist Phelim Byrnes Sprechgesang erinnert erst gleich mal an Mark Oliver Everett, beschwingtes Folk-Akkordeon und krachende Gitarren lassen eine fröhliche Melodie erschallen und klingen in einem chaotischen Finale aus. Was anfangs noch frisch klingt, hält sich allerdings nicht auf Dauer, denn wenn Day One wieder stärker in Richtung Rock steuern, ist das Resultat oft nur mässig spannend: Nur die coolen Mundharmonika-Klänge lassen den Hörer bei “Saturday Siren“ zum Beispiel nicht gleich einschlafen. Etwas merkwürdig, dass Day One so stereotypen College-Rock auf die Beine stellen, aber zum Beispiel im gelungenen “Now I'm A Little Older“ ganz im Geiste der späteren Massive Attack aufspielen können. Allgemein, triphoppige oder sonnig-gechillte Tracks wie die durch Latin-Elemente geschmückten “Cosmopolita” oder “The Little Things“ stehen den beiden definitiv besser. Schön, dass das auf diesem Album gleich mehrmals verdeutlicht wird, leider aber bleibt eben auch gut die Hälfte der zwölf Songs irgendwo im Mittelmass hängen.
Das Juwel des Albums ist der gleichnamige Titeltrack: Lässige Drums, possierliche Bläser, die wiederum sehr lässige Harmonika, das witzige Story-Telling – da stimmt einfach alles. Trotz den gegensätzlichen Stilrichtungen wirkt das Album wie aus einem Guss, was daran liegt, dass alle Stücke auf akustischen Instrumenten basieren und elektronische Elemente oder die Scratches von Mix Master Mike nur eine verzierende Rolle übernehmen. Nur “Give It To Me“, das Will.I.Am von den Black Eyed Peas featured, passt mit seinem trashig-elektronischen Tönen nicht ganz in das Klangbild des Albums.
Seit 15. Oktober 2007 im Handel.
Anspieltipps: Cosmopolita; Probably Art
Trackliste: 1) Bad Before Good; 2) Cosmopolita; 3) Feet Firmly On The Ground; 4) The Little Things; 5) Saturday Siren; 6) Now I'm A Little Older; 7) Money; 8) Give It To Me; 9) Travelcard Traveller; 10) Probably Art; 11) Who Owns The Rain?; 12) Time To Go
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Bio:
Day One sind Vokalist Phelim Byrne und Multi-Instrumentalist Matt Hardwige, die sich Mitte der 90er in Bristol trafen. Einige gemeinsame Aufnahmen resultierten in einer Demo, von welcher eine Kopie in den Händen von Robert Del Naja landete, auch als Massive Attack-Mastermind 3D bekannt. Kurz darauf waren Day One bei dessen Label Melankolic gesignt und das von Mario Caldato produzierte Debüt wurde im Jahr 2000 veröffentlicht. Songs von dem Album wurden in Filmen (“Bedroom Dancing“ in dem trashigen “Cruel Intentions“) oder Serien (“Six Feet unde“r) wiedergegeben und steigerten den Bekanntheitsgrad der beiden Briten. Bis zu einem zweiten Album sollte es aber ganze sieben Jahre dauern, “Probably Art“ erscheint erst im Herbst 2007.