Die Frage dürften sich ’Indie’-Rocker schon länger stellen: Was ist
eigentlich von Platten zu halten, auf denen genau das gemacht wird, was
andere schon lange machen. Diese Frage drängt sich auch bei Deadbeats
neustem Release auf.
Eigentlich ist “Roots and Wire“ ein höchst moderner und abenteuerlicher Output, aber trotzdem etwas, das in ziemlich ähnlicher Form bereits mehrmals gehört werden durfte. Die wummernden Dub-Bässe, die trippigen Beats, der mit Hall-Effekten versehene Chant von Reggae-Sänger Paul St. Hilaire aka Tikiman im ersten und letzten der nur acht Stücke … all das erinnert frappant an die Dub/Detroit-Techno-Melange der Berliner Basic Channel oder Rhythm & Sound (mit denen Tikiman übrigens auch bereits kollaboriert hat), etwas entfernter auch an die britischen Leftfield.
Der Kanadier Scott Monteith, der sich hinter Deadbeat verbirgt, setzt dabei je nach dem das Schwergewicht auf die Roots oder die Wires, Kingston oder Berlin, Strand oder Club, Dub oder Techno. Monteith lässt sich hier einseitig von einer reichhaltigen Quelle inspirieren, das Resultat ist den grossen Vorbildern ebenbürtig.
Deadbeat kann allerdings auch anders, den Beweis dafür bleibt er auch auf “Roots and Wire“ nicht schuldig. In dem gewaltigen “Grounation (Berghain Drum Jack)“ verknüpft er ekstatische Rasta-Perkussion mit deepem Techno zu einem ungehörten Feuerwerk, im Titelstück drängen sich Dubstep-Charakteristiken in den Vordergrund.
“Roots and Wire“ ist eklektisch und sehr stimmig, darüber hinaus so prächtig produziert, dass auch Veteranen in Sachen Dub-Techno ihre hellste Freude daran finden dürften.
Seit 17. Oktober 2008 im Handel.
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Anspieltipps:
> Grounation (Berghain Drum Jack)
> Deep Structure
Diskographie:
> Primordia (2001)
> Wild Life Documentaries (2002)
> Something Borrowed, Something Blue (2004)
> New World Observer (2005)
> Journeyman's Annual (2007)
> Eastward onto Mecca EP (2008)
> Roots And Wire (2008)
Ähnliche Künstler:
> Basic Channel
> Rhythm & Sound
> Leftfield