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Death Cab For Cutie – Plans (2005)

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von Michael Rothen am Samstag, 24. September 2005 in Neuerscheinungen   
Genre: Indie-Pop
Label:
Atlantic
CH-Vertrieb: Warner Music
Unsere Wertung: Death Cab For Cutie – Plans (2005)

Verdammt was behände
Death Cab For Cutie – Plans (2005) Death Cab For Cutie seien mit ihrem neusten Album “Plans” hörbar „erwachsener“ geworden, proklamieren einzelne Vertreter der internationalen Fachpresse. Wenn sich „Erwachsenwerden“ so anhören soll, verfalle ich angesichts meines unmittelbar bevorstehenden dreissigsten Geburtstags in Panik!

„Plans“ ist schlichter, ruhiger, geradliniger und daher im Gesamten einfach unspektakulärer ausgefallen, als noch dessen Vorgänger „Transatlanticism“.
Nach meiner Einschätzung liegt dies jedoch kaum daran, dass Death Cab For Cutie mit „Plans“ ihre Premiere bezüglich Majorveröffentlichung begehen (Atlantic Records). Es scheint dies viel mehr in der wohl gewollten und feinen musikalischen Neuausrichtung der Band begründet zu sein.
Ihre Neuveröffentlichung gilt als bisher erste Platte, die mit einem angestammten Drummer – also mit demselben wie beim Vorgängeralbum – eingespielt werden konnte. Allenfalls kann die vorgenannte Neuausrichtung auch als Kontinuität oder Entwicklung bezeichnet werden. Die Band selbst umschreibet es folgendermassen: „If „Transatlanticism“ was an inhale, „Plans“ is the exhale.“
Künstlerische Entwicklung als solches darf getrost goutiert werden. Letztlich zählt aber doch das Resultat und genau jenes mag mich persönlich im vorliegenden Falle nicht zu überzeugen, nicht mal ansatzweise; nein irgendwie gar nicht sogar!
Streckenweise kommen mir Death Cab For Cutie vor, als seien sie eine – Gott oder irgendwem halt sei’s gedankt, dass dies nie passieren wird – gehemmte und verklemmte Reunion der Beatles. Atmosphäre und Produktion empfinde ich wenigstens als passend und gelungen, nicht aber die Songs und um die geht’s schliesslich auf einem Tonträger. Zusammengehalten wird „Plans“ von der „ich-möchte-gerne-everybodys-darling-sein“ Stimme des Hauptsongschreiberlings Ben Gibbard. Dieser offeriert – abgesehen von den durchwegs poetisch anmutenden und ansprechenden Texten – wenig Höhepunkte, welche sodann auch auf weit tieferem Niveau auskommen müssen, als dies noch früher der Fall war. Seine Hooks sind bisweilen entweder zu flach oder so sehr voraussehbar, dass man im Endeffekt noch nicht einmal mehr die Lust verspürt, sie mitzusummen; ärgerlich und anödend zugleich! Noch mehr im Argen ist’s dann in der zweiten Hälfte des Silberlings, wo Death Cab For Cutie offensichtlich die Songideen ausgehen. Auszubügeln versuchen sie das mit wirr anmutenden Keyboard-Attacken. Hierbei vergessen sie bedauerlicherweise ihre eigentliche Stärke, das schrammlige Gitarrenspiel, gänzlich.
Einen Stern kriegt bei uns jeder Tonträger, den anderen gibt’s für die Atmosphäre, die Produktion und die Texte, mehr geht da echt nicht.

Übrigens und irgendwie ist’s bezeichnend: Death Cab For Cutie gelten als die O.C., California Band; Caught In The Act waren das früher bei Gute Zeiten, Schlechte Zeiten. Was da noch kommen mag?


Seit 30. August 2005 im Handel.

Anspieltipps: Marching Bands Of Manhattan, Soul Meets Body, Sumer Skin
Trackliste: 1) Marching Bands Of Manhattan; 2) Soul Meets Body; 3) Sumer Skin; 4) Different Names For The Same Thing; 5) I Will Follow You In The Dark; 6) Your Heart Is An Empty Room; 7) Someday You Will Be Loved; 8.) Crooked Teeth; 9.) What Sarah Said; 10.)Brothers On A Hotel Bed; 11.) Stable Song
similar artists: R.E.M., The Posies und wirklich weit entfernt The Beatles

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Death Cab For Cutie ensteht 1997 in der kleinen College-Stadt Bellingham (WA) als Soloprojekt des Indie-Rockers Ben Gibbard. Dieser verarbeitet sein frisch gebrochenes Herz mittels neun Songs, welche er zusammen mit dem Vier-Spur-Produzent Chris Walla und dem Bassisten Nick Hammer auf der Kassette „You Can Play These Songs With Chords“ verewigt. Kurz darauf formiert sich Death Cab For Cutie als „richtige“ Band und veröffentlicht das Debutalbum „Something About Airplanes“ 1998 über das Indie-Label Barsuk. Im Folgenden wechseln sich Touren, Schlagzeuger und neue Platten in regelmässigen Abständen ab („We Have The Fact’s And Are Voting Yes“ 2000 und „The Photo Album“ 2001). Mit jedem Album steigen sukzessive die Verkaufszahlen und es vergrössert sich die Fanbasis.
Im Jahre 2002 gönnen sich Death Cab For Cutie erstmals eine Auszeit, in welcher Ben Gibbard mit seinem Nebenprojekt The Postal Service auf sich aufmerksam macht. Mit der Rückkehr der Band im Jahre 2003 erscheint ihr bisheriger Meilenstein „Transatlanticism“. Während der Tour in 2004 wird die Live-DVD „Drive Well, Sleep Carefully“ von Justin Mitchell produziert. Im Herbst des gleichen Jahres unterzeichnen Death Cab For Cutie einen weltweiten Plattenvertrag bei Atlantic Records. Ihr Labeldebut „Plans“ ist soeben erschienen.

Death Cab For Cutie – Plans (2005)
Diskographie:
> Plans (2005)
> Transatlanticism (2003)
> You Can Play These Songs With Chords (2002)
> Stability [EP] (2002)
> Photo Album (2001)
> We Have The Facts And We’re Voting Yes (2000)
> Something About Airplanes (1999)


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