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Declan de Barra – Fragments, Footprints & the Forgotten

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von Paul Klur am Freitag, 20. Mai 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Folk  |  Label: Black Star Foundation (Irascible)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

Fragments, Footsprints & The Forgotten If blood could sing...
Schon auf seinen beiden vorangegangenen Alben klang Declan de Barra, früher Sänger der irisch-australischen Band Clann Zú, mürrisch und dunkel. Dennoch ist das hier seine bisher trockenste Kost.

„Fragments, Footprints & the Forgotten“ treibt es nämlich mit der Kargheit auf die Spitze. Schon über dem ersten Stück „Call to Arms“ thront de Barra mit der akkustischen Gitarre,  wie auf einem von der See umspülten Felsen an der rauen Küste seiner Heimat Irland. Und klingt dabei auch ein bisschen wie Leonard Cohen. Nach diesem wuchtigen Einstand gibt sich de Barra aber zunehmend ruhiger. Manche Songs, besonders „You Will Overcome“, sind dabei allerdings etwas anstrengend geraten, vor  allem auch wegen der gewagten Stimmübungen in höheren Tonlagen, mit denen de Barra des Öfteren die Stille bricht.

Dennoch: Eindringlich, wie für de Barra typisch, ist dieses Album geworden, zum Beispiel wenn „Midnight Swell“ zum großen Storytelling ausholt und mit einer tief schürfenden Gesangseinlage á la Jeff Buckley überzeugt. Auch Clann Zú zielten in eine ähnliche Richtung, doch er macht dieses dritte Solo-Album zu einer absoluten One Man-Show. Das reicht von den unheimlichen mit Kohle gezeichneten Skeletten als Artwork über das Songwriting (das Traditional „Wind That Shakes the Barley“ einmal ausgenommen) bis zur Aufnahme der Songs. All das hat de Barra allein bewerkstelligt. Und das tut „Fragments, Footprints & the Forgotten“ meist gut. Er hält sich traditionell, ist sparsam mit den Arrangements, das Album ist aber durchaus in sich stimmig und vor allem ziemlich dunkel. Doch gerade darin geht de Barras Stimme wunderbar auf, bannt den Hörer an die Songs; keiner ist länger, als er sein müsste.

Nur ein  Mal kämpft sich „Fragments, Footprints & the Forgotten“ aus seinem düsteren Kokon für zwei Minuten hinaus: im lauten, fast punkigen „Fuck The Begrudgers“.  So kommt auch hier keine Langeweile auf. Geduld muss man aber trotzdem haben. Denn de Barras Musik klingt wie der Wind: man spürt sie, mal kraftvoll, mal kaum fühlbar, mal frostig und hart, mal woltuend und erfrischend- aber nie weiß man genau, worum es sich da wirklich handelt.

Seit  1. April 2011 im Handel. 

> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Declan De Barra
Anspieltipps:
> Call to Arms
> Midnight Swell

Diskographie:
> Songs Of A Thousand Birds (2006)
> A Fire to Scare the Sun (2008)
> Fragments, Footprints & The Forgotten (2011)

Ähnliche Künstler: 

> Jeff Buckley
> Nick Cave & The Bad Seeds
> Leonard Cohen
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