Depeche Mode – Playing The Angel (2005) |
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| von Tobias Imbach am Freitag, 11. November 2005 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Elektropop Label: Mute CH-Vertrieb: EMI Music Unsere Wertung: ![]() Glücklich zwischen Schmerzen und LeidenDarf man sich denn überhaupt auf ein neues Album einer Band freuen, deren Bestehen nicht selten am seidenen Faden zu hängen scheint? Generell sind solche Konflikte innerhalb einer Band nur Gift für das musikalische Erzeugnis, welches die Hörerschaft schlussendlich erfreuen sollte. Nun ja, genug der düsteren Vorahnungen, die sind nämlich völlig fehl am Platze - man durfte sich auf “Playing the Angel“ freuen, denn Depeche Mode sind nicht nur in dieser Hinsicht immer noch eine Ausnahme. Den Klängen, die das sagenhafte Teamwork der beiden Streithähne David Gahan und Martin L. Gore zu Tage förderte, möchte man immer noch frönen, gerade wenn sie so auffällig wie in der eingängigen Singleauskopplung “Precious“ an längst vergangene aber unvergessliche Zeiten erinnern. Böse Zungen würden hierbei vielleicht behaupten, dass Depeche Mode begännen, sich selbst kopieren … allerdings hab ich mir weiter oben im Text ja vorgenommen, den Pessimismus zu verdrängen und geniess die “Policy of Truth“-Aufwärmung stattdessen einfach. Vor jenem Stück erklingt mit “Sinner in Me“ aber ein noch mal deutlich gelungeneres (ergo geniales) Highlight. Bei diesem knarzig-düsteren Ungetüm scheint Massive Attacks Meisterstück “Mezzanine“ Pate gestanden zu haben, genau wie beim deutlich ruhigeren und ziemlich schönen Trip-Hop-Verschnitt “I Want it all“. Dem Schönklang angenähert - das ist auf dem dunklen und noisigen “Playing the Angel“ eher die Ausnahme - haben sich Depeche Mode auch bei “ Damaged people“, in welchem die (wie gewohnt) immer niedergeschlagenen Zeilen Gores, welcher das Stück auch gleich selbst singt, von hellen Glockenklängen untermalt werden. Im Gegensatz zu früheren Alben fungierte auf “Playing The Angel“ allerdings nicht nur der durchgehend überzeugende Gore als Songschreiber – Gahan wollte auch, und während sein Solo-Gehversuch “Paper Monsters“ vor zwei Jahren eher enttäuschend ausfiel, sind wunderbare Stücke wie “Nothing's Impossible“ oder “Suffer Well“ zwar offensichtlich als Gahan-Stücke erkennbar, lassen aber nichts zu mehr zu wünschen übrig. Das hätte man nicht gedacht, “Playing the Angel“ entpuppt sich als eins der stimmigsten und besten Depeche Mode-Alben. Seit 14. Oktober 2005 im Handel. Anspieltipps: A pain that I'm used to, The sinner in me, Nothing's impossible Trackliste: 1) A pain that I'm used to; 2) John the revelator; 3) Suffer well; 4) The sinner in me; 5) Precious; 6) Macro; 7) I want it all; 8) Nothing's impossible; 9) Introspectre; 10) Damaged people; 11) Lilian; 12) The darkest star similar artists: Camouflage, New Order, The Human League, (auf PTA auch die modernen) Massive Attack > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Depeche Mode wurden 1980 in Basildon in England gegründet. Die drei heutigen Bandmitglieder Andy Fletcher (Keyboard), Martin L.Gore (Gitarre, Keyboard) und Dave Gahan (Gesang) - letztere zwei die zentralen Köpfe bei Depeche Mode - gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Viertes Mitglied war der Keyboardist Vince Clark, der zudem auch die Rolle des Songwriters übernahm. Entdeckt wurden Depeche Mode im selben Jahr noch, als sie im Vorprogramm der Synthie-Helden Fad Gadget auftraten. Ein Jahr später dankte Clark allerdings schon ab, die Rolle des Songwriters übernahm fortan Martin L.Gore. Ein Glücksfall, wie sich später herausstellen sollte - die nach dem 1981 erschienenen Debütalbum “ Speak & Spell“ folgenden Werke überflügelten einander in qualitativer wie kommerzieller Hinsicht immer wieder. Als bestes Album gilt das geniale “Violator“, welches die immens gewachsene Fangemeinde ab dem Jahr 1990 beglückte. In der Zwischenzeit war der Live-Musiker Alan Wilder der Band beigetreten und füllte die (Keyboard-)Lücke, die durch den Weggang Clarks entstand. Massive Probleme innerhalb der rund um den Globus erfolgreichen Band führten im Verlauf der 90er zu einer andauernden Krise: Gahan hatte seinen Drogenkonsum nicht mehr im Griff und versuchte sich das Leben zu nehmen, Alan Wilder verliess 1995 die Band, die vor dem Aus zu stehen schien. Überraschenderweise folgte 1997 mit “Ultra“ ein neues Album, das sich durch seine düstere und zurückhaltende Art von ihrem bisherigen Schaffen deutlich unterschied und zu einem einschlagenden Erfolg avancierte. Im 25. Jahr ihres Bestehens veröffentlichen Depeche Mode mit “Playing The Angel“ ihr zwölftes Album. Diskographie: > Speak And Spell (1981) > A Broken Frame (1982) > Construction Time Again (1983) > Some Great Reward (1984) > Black Celebration (1986) > Music For The Masses (1987) > 101 (1988) > Violator (1990) > Songs Of Faith And Devotion (1993) > Ultra (1997) > Exciter (2001) > Playing the Angel (2005)
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