Devastations - Coal |
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| von Rafael Werner am Mittwoch, 18. Oktober 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Poprock Label: Beggars Banquet CH-Vertrieb: Musikvertrieb Unsere Wertung: ![]() In den eigenen Tränen ertrinkenEs gibt Dinge, die sich erst in Nachhinein als gut beziehungsweise relevant herausstellen und es gibt Alben, die man erst nach einem oder zwei Jahren zu schätzen weiss. So erging es mir beim „Alligator“ (von The National), einem ähnlichen melancholischen Grosswerk wie „Coal“. Damit mir bei diesem nicht dasselbe widerfährt, höre ich ganz genau hin. Doch bereits der erste der zehn Songs, „Sex & Mayhem“, ist dermassen majestätisch und glorios, dass alle Bedenken, die Platte würde sich erst in späterer Zeit entfalten, zerplatzen. Auch „The Night I Couldn’t Stop Crying“ ist ein unendlich schöner Song, zu dem man weinen und saufen möchte. Die Devastations, die bereits auf ihrem gleichnamigen Debut grossartige Songs ablieferten, zeigen sich von ihrer allerbesten Seite und erschaffen zeitlose Monstersongs, die direkt aus dem Herzen kommen und auch genau da wieder hin wollen. So ist „I Don’t Want To Lose You Tonight“ dann endgültig das einsame Schluchzen nach Liebe und von einer dermassen schwülstigen Endlosigkeit geprägt, dass ich allen, die in nächster Zeit einen Heiratsantrag machen wollen, rate, dieses Lied dabei laufen zu lassen (auch wenn der Text nur halbwegs passt, aber das wird dann wohl kaum einer bemerken). Die Grösse der Songs auf „Coal“ veranschaulichen auch die wunderschöne, tiefe Stimme von Conrad Standish und die hervorragenden Melodien, wie beispielsweise „Terrified“ bestens zeigt: Ein zarter Aufbau, ein scheuer Blick, dann passt man einen Augenblick lang nicht auf und schon befindet man sich wieder in diesem zeitlosen Karussell von einer mitreissend-berauschenden Melodie. Ein leicht dunkel gefärbter Pathos schraffiert die Weite und Grösse dieser sanft-wuchtigen Meeresrausche. Nach dem grossen Schiffsbruch „Take You Home“ folgt das Aufwachen zum Sonnenaufgang „Cormina“. Die Küste erreicht man dann in „A Man Of Fortune“, wo einem die wundervolle Bic Runga bereits erwartet. Und das erste Konzert in der Hafenstadt beginnt garantiert mit dem brachialen Aufbruchshammer „What’s A Place Like That Doing In A Girl Like You“. Fahren Sie im Zug durch Frankreich, trinken Sie daheim ihren besten Wein, wandern Sie im Morgengrauen über die Berge, ertrinken Sie in ihren Tränen, beginnen Sie am anderen Ende der Welt ein völlig neues Leben – egal was Sie gerade vorhaben; hören Sie „Coal“ dazu und es wird garantiert noch schöner werden. Seit 22. September 2006 im Handel. Anspieltipps: Sex & Mayhem; The Night I Couldn’t Stop Crying; I Don’t Want To Lose You Tonight; Terrified; Take You Home; A Man Of Fortune; What’s A Place Like That Doing In A Girl Like You Trackliste: 1) Sex & Mayhem; 2) The Night I Couldn’t Stop Crying; 3) I Don’t Want To Lose You Tonight; 4) Coal; 5) Terrified; 6) Take You Home; 7) Cormina; 8) A Man Of Fortune; 9) What’s A Place Like That Doing In A Girl Like You; 10) Dance With Me similar artists: The National, Nick Cave & The Bad Seeds, Tindersticks, American Music Club, Mark Lanegan, 16 Horsepower > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb Bio: 2002 gründet sich die australische Band um Sänger und Bassist Conrad Standish, Gitarristen, Sänger und Keyboarder Tom Carlyon und dem Schlagzeuger Hugo Cran. Das Trio wächst gemeinsam in Melbourne auf und mischt in der australischen Musikszene tüchtig mit. Als Luxedo erreichen sie im heimischen Underground Kultstatus. Die drei jungen Rebellen brechen nicht nur Herzen, sondern zerschmettern im Laufe ihrer musikalischen Revolution auch so manche Flaschen und Gitarrensaiten. Das erste Konzert von The Devastations findet natürlich in ihrer Heimat im September 2002 statt. Schon nach vier weiteren Konzerten werden sie als Support der britischen Tindersticks auf Tour geschickt. Auf dem australischen Independent Label Spooky Records veröffentlichen sie erstmals ihr Album 2003. Jetzt ist es an der Zeit, die Heimat zu verlassen und andere Kontinente zu erobern. Das erste Ziel ist Berlin, und hier spielen sie im September 2003 gemeinsam mit Alexander Hacke von den Einstürzende Neubauten. Ende des Jahres spielen sie erneut mit den Tindersticks und unterschreiben kurz danach ihren Plattenvertrag beim Spanischen Label Munster Records. Kurz nach dem Release streichen sie den Artikel aus dem Bandnamen, siedeln von Down Under nach Berlin um und werkeln schon ziemlich bald an ihrem nächsten Album, das 2006 unter dem schlichten Namen "Coal" veröffentlicht wird. Diskographie: > The Devastations (2003) > Coal (2006)
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