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Devendra Banhart – Cripple Crow (2005)

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von Tobias Imbach am Montag, 26. September 2005 in Neuerscheinungen   
Genre: Alternative Folk
Label:
XL Recordings
CH-Vertrieb:
Musikvertrieb
Unsere Wertung: Devendra Banhart – Cripple Crow (2005)

Wunschprogramm
Devendra Banhart – Cripple Crow (2005) Ein Texaner venezolanischer Abstammung arrangiert ein wunderschön fragiles Aufeinandertreffen von Hippie-Folkklängen mit Flamenco und Latin Folk… und ein bisschen Psychedelica und klassischem Rock’n’Roll – klingt gut, oder? Ist es auch.

Gleich zwei Alben veröffentlichte er im letzten Jahr - Devendra Banhart, einer der Grossen im Freak-/Alternative Folk-Genre, welches seit einigen Monaten in beachtlicher Weise immer mehr Verehrer findet. Bedauerlicherweise begegnete man auf “Rejoicing Hands“ und besonders auf “Nino Rojo“ immer wieder etwas langweilendem Füllmaterial, welches die durch die ansonsten wunderschönen Klänge hervorgerufene Euphorie etwas dämpfte. Mancher wird sich gewünscht haben, dass sich Banhart für sein nächstes Album vielleicht wieder etwas mehr Zeit lassen würde. Hat er getan, es dauerte nun doch ein ganzes Jahr, bis die Hörer Nachschub erhielten. Auf Banharts neustem Wurf “Cripple Crow“, der, um’s schon mal vorweg zu nehmen, sein bislang grösster ist, sucht man nach Füllern zum Glück völlig vergeblich. Im Gegenteil: Mit “Cripple Crow“ tat Banhart einen weiten Schritt nach vorne, so klingt das neue Material um einiges ausgereifter und wohliger, etwas weniger zurückhaltend arrangiert (Banhart nahm für dieses Album nun auch Songs in Begleitung einer Band auf) und vor allem auch abwechslungsreicher. Der schräge Texaner mit der seltsamen aber wundervoll sanften, manchmal etwas androgyn wirkenden Falsett-Stimme eröffnet sein Album mit dem von warmen Gitarrenklängen und melancholischem Cellospiel geleiteten “Now That I Know“... und gewinnt mit geschickt eingebrachten Tupfern Melancholie und Sinnlichkeit die Herzen der Hörer. ‘Irgendwie ist das viel zu schön’, mag man beim Anhören von nicht wenigen Stücken auf ”Cripple Crow” denken. Allen voran betören ”Queen Bee” und das zauberhafte “Heard Somebody Say“, das wohl beste Stück auf “Cripple Crow“. Die musikalischen Einflüsse reichen vom traurigen Folk Nick Drakes bis zum Psych-Folk der Incredible String Band, auch Parallelen zu Jeff Buckley oder dem T.Rex-Sänger Marc Bolan (besonders in stimmtlicher Hinsicht) werden offenbar. Und ab und an integrierte Banhart auch feine Flamenco- und Latin Folk-Einflüsse und gibt sich somit in musikalischer Hinsicht noch eigenständiger.
Wenn Banhart im wehmütigen “Luna De Margarita“ mit zitternder Stimme wimmert, lauscht man berührt und gibt sich der bittersüssen Stimmung hin. Wunderschön. Devandra Banhart scheint all unsere Wünsche erfüllen zu wollen.


Seit 13. September 2005 im Handel.

Anspieltipps: Heard Somebody Say, Lazy Butterfly, Queen Bee, Inaniel
Trackliste: 1) Now That I Know; 2) Santa Maria De Feira; 3) Heard Somebody Say; 4) Long Haired Child; 5) Lazy Butterfly; 6) Quedate Luna; 7) Queen Bee; 8) I Feel Just Like A Child; 9) Some People Ride The Wave; 10) The Beatles; 11) Dragonflies; 12) When They Come; 13) Inaniel; 14) Hey Mama Wolf; 15) How's About Tellin' A Story; 16) Chinese Children; 17) Sawkill River; 18) I Love That Man; 19) Luna De Margarita; 20) Korean Dogwood; 21) Little Boys; 22) Anchor
similar artists: CocoRosie, Joanna Newsom

> Hören und Kaufen > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Devendra Banhart wurde 1981 in Texas geboren, zog dann nach der Trennung seiner Eltern zusammen mit seiner Mutter nach Venezuela. Im Jahr 1998 begann Banhart ein Studium an der renommierten San Francisco School Of Art und beginnt in dieser Zeit mit dem Musizieren. Banhart beschränkt sich da allerdings noch auf das Auftreten an Konzerten, erst zwei Jahre später, nach dem Abschluss des Studiums, beginnt er mit den Aufnahmen für ein Album, welches dann 2001 erschien. Banhart, der nach eigenen Angaben keinen festen Wohnsitz hat, lebte in den folgenden Jahren in aller Welt (Mexiko, Venezuela, New York, Kalifornien, Frankreich…) und nahm zwei weitere Alben auf, dazu folgten Gastauftritte auf Alben von Antony and the Johnsons oder CocoRosie.

Devendra Banhart – Cripple Crow (2005)
Diskographie:
> Oh Me Oh My... (2001)
> Rejoicing in the Hands (2004)
> Niño Rojo (2004)
> Cripple Crow (2005)



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