Dianne Reeves; OST – Good Night, and Good Luck (2006) |
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| von Tobias Imbach am Montag, 6. Februar 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Vokaljazz Label: Concord Records CH-Vertrieb: Universal Music Unsere Wertung: ![]() Geschmacksbeweise“Good Night, and Good Luck” – mit diesen Worten verabschiedete sich der amerikanische Journalist Edward R. Murrow jeweils von den Zuschauern seines politischen Fernsehmagazins ”See it Now”. In den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts erlangte Murrow mit seinen öffentlichen Attacken auf den unrühmlichen Senator Joseph McCarthy Berühmtheit - durch die Anprangerung dessen Machenschaften wurde schlussendlich der Niedergang des McCarthyism eingeleitet. Schauspieler und Regisseur George Clooney nahm sich dieser interessanten und brisanten Thematik an und drehte im letzten Jahr “Good Night, and Good Luck“, dessen Soundtrack das Thema dieser Rezension ist. Ed Murrow wie auch George Clooney lieb(t)en den Jazz, und natürlich ist auf dem Soundtrack nur eines zu hören: Jazz, und zwar von der feineren Sorte. Ein Grossteil dieser Musik, hauptsächlich von Jazz-Sängerin Dianne Reeves interpretiert, wurde direkt während des Filmdrehs aufgenommen, was eine ziemlich nostalgische (Klang-)Atmosphäre zur Folge hatte. Neben dem lassen vor allem zwei Punkte ”Good Night, and Good Luck” zu einem Hörvergnügen avancieren: Zum einen ist da Dianne Reeves beeindruckender Gesang - der wohltuende und wunderhübsche Klang ihrer Stimme begeistert den dem gesungenen Jazz nicht abgeneigten Hörer garantiert auch hier. Nicht ohne Grund gilt die mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnete Amerikanerin, die nun schon seit gut 30 Jahren ihr Können im Jazz, R’n’B oder dem Pop beweist, als eine der besten aktuellen Sängerinnen im Jazz. Betörend und warm, aber nie wirklich die Eleganz und Zurückhaltung aufgebend und somit eine ganz besondere Wirkung erzielend, fügt Reeves ihr Instrument in das perfekte Spiel ihrer Begleiter ein. Arrangiert wurden die Songs, womit wir bei der zweiten offensichtlichen Stärke dieses Soundtracks angelangt sind, alle vom Tenor-Saxofonisten Matt Catingub; die Songauswahl traf George Clooney selbst. Erstaunlich, welch (geschmacks-)sicheres Händchen der sympathische Filmstar bei diesem Projekt bewies: Fast durchgehend fiel die Wahl auf sinnliche Balladen, etwas beschwingtere Mid-Tempo-Stücke wie das coole “Too Close For Comfort“ oder das swingende Latin-Jazz-Highlight “Pick Yourself Up“ stellen Ausnahmen dar. Im 15-stückigen Repertoire sind des Weiteren, um mich kurz des simplen Namedroppings zu bemühen, solch glänzende Klassiker wie Duke Ellingtons “Solitude“, Cole Porters “I’ve got my eyes on you“ oder “How High The Moon“ zu finden, allesamt bravourös interpretiert. Aus dem Rahmen fällt besonders das schön kuschelige Instrumental “When I Fall in Love“ – das einzige Stück, in dem Dianne Reeves nicht zu hören ist.
Fazit: Vocal-Jazz-Hörer kommen um dieses Album eigentlich nicht umhin, ist ein Muss. Seit 06. Januar 2006 im Handel. Anspieltipps: How High The Moon, Pick Yourself Up, When I Fall In Love Trackliste: 1) Straighten Up And Fly Right; 2) I’ve Got My Eyes On You; 3) Gotta Be This Or That; 4) Too Close For Comfort; 5) How High The Moon; 6) Who’s Minding The Store?; 7) You’re Driving Me Crazy; 8) Pretend; 9) Solitude; 10) TV Is The Thing This Year; 11) Pick Yourself Up; 12) When I Fall In Love (Instrumental); 13) Into Each Life, Some Rain Must Fall; 14) La There’ll Be Another Spring; 15) One For My Baby Similar artists: Sarah Vaughan > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Die 1956 in Motown Detroit, Michigan, geborene Dianne Reeves sammelte ab 1974 ihre ersten Gesangs-Erfahrungen mit einer High School Band, die ihre Songs auch aufnahm. Dank dem nicht geringen Erfolg und Reeves offensichtlichem Talent (man höre sich ihren Gesang nur mal an!) folgten 1976 schon die ersten Studienaufnahmen. Wirklichen Erfolg hatte Reeves aber erst mit dem meisterlichen Blue Notes-Album “I Remember“, welches 1988 erschien – zuvor war Reeves mit Grössen wie Sergio Mendes und Harry Belafonte auf Tour gewesen. Ab 1994 konzentrierte sich die Sängerin immer mehr auf den Jazz, zuvor waren Ausflüge in die Bereiche der Welt-, Pop- und Soulmusik keine Seltenheit gewesen. Diskographie: > Better Days (1987) > I Remember (1988) > Come In (1989) > Never Too Far (1990) > Dianne Reeves (1991) > Art & Survival (1993) > Quiet After the Storm (1994) > The Grand Encounter (1996) > That Day... (1997) > Bridges (1999) > In the Moment: Live in Concert (2000) > The Calling: Celebrating Sarah Vaughan (2001) > A Little Moonlight (2003) > Christmas Time Is Here (2004) > Good Night, and Good Luck (2005)
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