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Dirtmusic - BKO

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von Florentin Jäggi am Donnerstag, 13. Mai 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Folk, Blues, Rock  |  Label: Glitterhouse (Irascible)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

BKO„Anything you could play on a verandah...“
...You know, without electricity“. So die Definition von „Dirt Music“. Für die Aufnahmen des Zweitwerks teilt sich die Band die Veranda mit dem befreundeten Tuareg-Kollektiv Tamikrest.

Gleich in ihrem ersten Song „Black Gravity“ brechen Dirtmusic mit ihren Vorsätzen. Zum einen ist hier ziemlich viel Elektrizität mit im Spiel; zum anderen gehören E-Gitarren, E-Bass und Drums eher nicht zu den Dingen, die man auf jeder Veranda findet. Die Instrumente werden der Schwere des Songtitels angemessen, und schon fast in Stonerrock-Manier, eingesetzt. Zusätzlich fügen sich hier Djembe, Calabash und der Gesang der Tamikrest-Mitglieder nahtlos ein. So oder so bilden der amerikanisch geprägte Folk von Dirtmusic und der an malische Bluesmusiker erinnernde Stil von Tamikrest keinen Widerspruch; die Ursprünge beider Sounds sind in wüstenähnlichen Landschaften zu vermuten. In der Wüste war es auch, in welcher die Freundschaft ihren Anfang nahm. Beide Bands spielten am Féstival au Désert, dem berühmten Open-Air in Mali. Im Labyrinth der weissen Zelte fanden sich die Bands als Nachbarn wieder. Die Legende besagt, dass sich Brokaw ein Dobro schnappte und die ersten Akkorde von Velvet Undergrounds „All Tomorrow’s Parties“ anspielte. Tamikrest stimmten sofort mit ein, ohne den Song zu kennen. Es war der Beginn einer dreitägigen Jam-Session, die später auch bei den Bühnenauftritten zelebriert werden sollte.

Ein Jahr später sind Dirtmusic zurück in Mali. In den von Ali Farka Touré erbauten Bogolan Studios werden das Tamikrest-Debut und das Dirtmusic-Zweitwerk eingespielt. Auf „BKO“ ist übrigens auch ein „All Tomorrow’s Parties“-Cover verewigt. Dass die Chemie zwischen den Musikern stimmt, ist aber auch den anderen Songs anzuhören. Vor allem vermögen die rhythmischen Anreicherungen von Tamikrest den Songs von Dirtmusic eine gewisse Dynamik zu verleihen, die man bei älteren Stücken manchmal vermisst hat. Zwar gibt es immer noch Songs, die mit der Langatmigkeit zu kämpfen haben, doch ist das Album, im Vergleich zum Debut, ziemlich viel spannender und kompakter geworden. Waren auf dem Erstling die Songs von Eckman noch eindeutig die besten, schenken sich die drei Songschreiber auf ihrem zweiten Album nichts. Herausragend ist etwa der Brokaw-Song „Collisions“, aber auch die Songs von Bad Seeds-Gründungsmitglied Hugo Race fallen nicht ab. Dieser zeigt sich in seinem Reisebericht von der Athmosphäre am Festival und von den Eindrücken auf der Bühne überwältigt. Zum Beispiel vom Horizont, vor welchem sich die Silhoutten von Menschen und Kamelen auf weissen Dünen abzeichnen. Mit „Bring It Home“ transportiert Chris Eckman diese Stimmung ein letztes Mal zu uns nach Hause. Auch wir sind beeindruckt.

Seit 23. April 2010 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

DirtmusicAnspieltipps:
> Black Gravity
> Collisions
> Bring It Home

Diskographie:
> Dirtmusic (2007)
> BKO (2010)

Ähnliche Künstler:
> The Walkabouts
> Hugo Race and the True Spirit
> Chris Brokaw
> Tamikrest
> Tinariwen
> Calexico
> Giant Sand
> Chris & Carla
> Lilium
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