Ihr Schulsystem ist allem Anschein nach überzeugend, den
düsteren Metal scheinen sie gepachtet zu haben; Mitsing-Punkrock
sollten die Finnen jedoch den Amis überlassen.
Die spielten doch diesen Sommer am Lakeside in Hergiswil? Und soweit ich mich erinnern kann, was mir aus fraglichen Gründen jedoch ziemlich schwer fällt, haben die mir damals ziemlich gefallen (im Gegensatz zu den Kopfschmerzen am Tag darauf). Nun läuft die Platte zu Hause und ich bin ein bisschen erschrocken, bzw. enttäuscht. Was mir damals als munter-harter Tanzrock erschien, zeigt im CD-Player seine unschöne Amerikanisch-Teeniepunk’sche Fratze. Ein ’First Aid Kit’ ohne Merfen und Pflaster, superpraktisch. Mit ’This Is My Head Exploding’ beginnt die Platte (nein, eigentlich nur die ersten 20 Sekunden des Stücks) viel versprechend. Knallhart, mit überschlagender Stimme gekreischt und einem nervösen elektronischen Gezucke im Hintergrund. Leider folgen in der Strophe (und dies wiederholt sich durchs ganze Album) typisch amerikanische uououo- und lalala-Melodien mit Hymnencharakter. Ich hab mich jedoch dabei erwischt, als ich versuchte das Gehörte mitzusummen; die Melodien sind tatsächlich grausam eingängig, die energievollen Schreianfälle von Mikka Koivisto sind akzeptabel, die Instrumente werden durchgehend gut und kräftig malträtiert, und die ab und zu im Hintergrund gurgelnde Elektronik gibt dem Ganzen einen ganz scheuen, innovativen, genre-untypischen Unterton. Ich hab mich aber nachher schon ein bisschen geschämt, mein Skateboard (ja, zum Skateboarden könnte man solche Musik vielleicht hören) verstaubt schliesslich seit etwa acht Jahren irgendwo neben den Inlineskates. Die durchwegs harten Singsangpunklieder vermögen trotz all der Kraft, die in ihnen schlummert, nicht zu fesseln; ähneln einander zu sehr und langweilen nach spätestens dreimaligem Durchhören. Schade. Trotz guter Ansätze fehlt den Burschen eine gewisse Eigenart, welche die Band vom amerikanischen Gejammer abhebt. Sowas haben wir schon zig Mal gehört und den Gefallen daran schon lange verloren.
Seit 8. September 2006 im Handel.
Anspieltipps: We Might Fall Apart
Trackliste: 1) This Is My Head Exploding; 2) We Might Fall Apart; 3) Drop Dead, Casanova; 4) Human Canonball; 5) Eyes Of A Ghost; 6) Black Euro; 7) First Aid Kit; 8) Fresh New Blood; 9) See If I Care; 10) So Long, Sisters; 11) You Are The Dawn; 12) Sleep On The Wheel
similar artists: The Used, Descendets, Boysetsfire, Vaux, Avail, Alkaline Trio, The Hope Conspiracy, Senses Fail, Rise Against, Pennywise
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Bio:
Die Band wurde Ende der 90er Jahre von Mikko Hakila (dr.) und Jussi Ylikoski (git.) unter dem Namen ’Disco’ gegründet, was jedoch nicht lange gut ging, da bereits ein finnisches Popduo namens Disco sein Unwesen trieb. Seit 2000 singt und kräht Mikka Koivisto, während Lasse Lindfors den Bass zupft. Das Debütalbum Viper Ethics erschien 2003. Sowohl das zweite Album First Aid Kit (2005) als auch die beiden ausgekoppelten Singles ’We Might Fall Apart’ und ’Black Euro’ erreichten die finnischen Top Ten. Neben regelmäßigen Konzerten in Skandinavien tourte die Band mehrfach durch Europa und die Schweiz. Im Sommer 2006 spielte das Ensemble auf mehreren europäischen Open-Air-Festivals. Im Herbst 2006 soll eine Europatour zusammen mit Gogol Bordello durch sieben Länder folgen.